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13 Kinder ertranken in einem See in Karelia. Nach einem vermissten 14. Kind wurde am Montag noch gesucht.

Fassungslosigkeit und Trauer

13 Kinder in Russland ertrunken - wer ist schuld?

Petrosawodsk - Ein Alptraum für viele russische Eltern: Sie geben ihre Kinder in ein Ferienlager, und diese sterben bei einem Bootsausflug. Betreuer und Aufsichtsbehörden geraten unter Verdacht.

Nach dem Tod von mindestens 13 Kindern bei einer Bootstour im Nordwesten Russlands suchen die Behörden mit aller Macht nach den Schuldigen. „Himmelschreiende Schlamperei und Unprofessionalität“ seien schuld an dem Unglück, sagte die Vorsitzende der zweiten russischen Parlamentskammer, Valentina Matwijenko, am Montag in Moskau. Die Polizei nahm fünf Verantwortliche und Betreuer des Ferienlagers am See Sjamosero in der Teilrepublik Karelien fest.

Knapp 50 Kinder und vier Betreuer hatten Samstagnacht trotz Sturmwarnung mit Kajaks und Gummiflößen eine Tour gemacht. Die Boote kenterten in hohen Wellen, wobei 13 Kinder ertranken. Nach einem vermissten 14. Kind wurde am Montag noch gesucht. Die Behörden schlossen die Einrichtung nahe der Grenze zu Finnland. Der Zivilschutz bereitete sich darauf vor, etwa 190 weitere Kinder aus dem Sommerlager nach Hause zu bringen. Auch andere Ferienlager sollten überprüft werden.

Verletzten Beamte gegen Schmiergeld Aufsichtspflicht?

Das staatliche Ermittlungskomitee Russlands leitete zunächst ein Verfahren wegen Verstößen gegen die Sicherheitsvorschriften ein. Aber auch dem Verdacht korrupter Absprachen zwischen Veranstaltern und Behörden werde nachgegangen, sagte Sprecher Wladimir Markin. In dem Lager wurden ebenso wie in der karelischen Republikshauptstadt Petrosawodsk und in Moskauer Behörden Büros durchsucht und Papiere beschlagnahmt.

Der Verdacht besteht darin, dass Beamte gegen Schmiergeld ihre Aufsichtspflicht verletzt haben könnten. In der Hauptstadt Moskau sind die Sozialbehörden für die Verschickung von Kindern aus sozial schwachen Familien in das Lager „Park-Hotel“ verantwortlich. Die Einrichtung soll schon früher aufgefallen sein, weil sie überfüllt und die Betreuung schlecht war.

Den festgenommenen Mitarbeitern drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. In Karelien und in der russischen Hauptstadt wehten die Fahnen am Montag auf halbmast. Familien, die ein Todesopfer zu beklagen haben, sollen umgerechnet knapp 14 000 Euro erhalten.

dpa

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