Keine Reue bis zum Schluss

Kinderpornos heruntergeladen: Polizist verurteilt

Hamburg - Ein Polizist lädt über Jahre hinweg kinderpornografische Dateien herunter. Als er erwischt wird, schiebt der Mann die Schuld auf Bekanntschaften aus der Rotlichtszene. Das nimmt ihm das Gericht nicht ab.

Das Hamburger Amtsgericht hat einen Polizisten wegen Beschaffung, Verbreitung und Besitz von Kinderpornografie zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt. Der 57-Jährige stellte nach Auffassung des Gerichts zwischen 2009 und 2013 an mehr als 100 Tagen kinderpornografische Videos über eine Internettauschbörse anderen Nutzern zur Verfügung und besaß zudem mehr als 5000 Dateien.

Die digitalen Aufnahmen zeigen dem Gericht zufolge den schweren Missbrauch von Kindern im Alter zwischen vier Monaten und 13 Jahren. „Das sind Tausende Kinder, die auf schlimmste Art missbraucht wurden“, sagte die Vorsitzende Richterin. Mit dem Konsum solcher Videos sei der Angeklagte massiv am Erhalt eines solchen Marktes beteiligt gewesen.

Der 57-Jährige hatte alle Vorwürfe zurückgewiesen. Er sei homosexuell, aber nicht pädophil. Bekanntschaften aus dem Rotlichtmilieu hätten die Videos ohne sein Wissen heruntergeladen. Diese Angaben bezeichnete die Strafkammer als lebensfremd.

Das fehlende Geständnis wirkte sich strafverschärfend aus. „Es wäre sinnvoller gewesen, sich zu der Tat zu bekennen“, sagte die Richterin. Außerdem seien Polizisten härter zu bestrafen. Die beruflichen Konsequenzen, die dem Angeklagten bevorstehen, wirkten sich der Richterin zufolge strafmildernd aus: Der 57-Jährige werde aus dem Beamtendienst entlassen und erhalte keine Pensionsbezüge. Damit werde er nach der Haftstrafe wohl zum Sozialfall.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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