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Mit neun Jahren Haft folgte das Gericht der Foderung der Staatsanwaltschaft.

Kinderschänder muss neun Jahre hinter Gitter

Koblenz - Das Landgericht Koblenz hat gegen einen Kinderschänder eine lange Haftstrafe verhängt. Der Angeklagte ist einer von drei mutmaßlichen Freiern, an die der bereits verurteilte Detlef S. seine Tochter und Stieftochter verkauft haben soll.

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Im zweiten Prozess um den Missbrauchsfall im Westerwaldort Fluterschen hat das Landgericht Koblenz wieder eine hohe Haftstrafe verhängt. Es verurteilte am Donnerstag einen 61-Jährigen wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Minderjährigen in 53 Fällen zu neun Jahren Haft. Das Gericht folgte damit der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung war dagegen von sehr viel weniger Fällen ausgegangen und hatte daher auf eine Bewährungsstrafe plädiert.

Hilflosigkeit der Mädchen ausgenutzt

Der Angeklagte ist einer von drei mutmaßlichen Freiern, an die der bereits verurteilte Familienvater Detlef S. seine leibliche Tochter und seine Stieftochter verkauft haben soll. Der Angeklagte habe die Hilflosigkeit der Mädchen, die von ihrem Vater tyrannisiert wurden, ausgenutzt, urteilte das Gericht. Bereits im Alter von 12 beziehungsweise 14 Jahren seien die Mädchen erstmals zum Sex mit dem ihnen unbekannten Mann gezwungen worden. Ihr Vater hat in einigen Fällen dabei zugesehen.

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Die Verteidigung argumentierte dagegen, der Angeklagte habe zugegeben, dass er viermal mit einem der Mädchen sexuellen Kontakt hatte. Über ihr Alter sei ihm aber nichts bekannt gewesen. Diese Angaben des Angeklagten hatte die Staatsanwaltschaft als “nicht glaubhaft“ gewertet.

Verteidigung zweifelt Zeugenaussagen an

Die Verteidigung verwies auf angebliche Widersprüche in den Aussagen der beiden jungen Frauen, die auch als Nebenklägerinnen auftraten. Ihre Angaben seien daher anzuzweifeln. Einen entsprechenden Antrag der Verteidigung hatte das Gericht allerdings bereits zum Beginn der Verhandlung am Donnerstag abgewiesen.

In seinem Schlusswort sagte der Angeklagte, es tue ihm “echt leid“. Zugleich betonte er, dass er keine Gewalt angewendet habe und “nur Sex gegen Geld“ haben wollte.

Weiterer Prozess anhängig

Das Landgericht hatte den 48-jährigen Detlef S. Ende März wegen jahrzehntelangen Missbrauchs seiner leiblichen Tochter und zwei seiner Stiefkinder zu einer Freiheitsstrafe von 14 Jahren und 6 Monaten verurteilt und anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Mit seiner Stieftochter zeugte er zudem acht Kinder, was aber nicht Gegenstand des Prozesses war. Die Verteidigung von Detlef S. hat gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof eingelegt.

Der Prozess gegen einen weiteren, 64 Jahre alten Mann, der die Kinder gegen Geld missbraucht haben soll, war am Dienstag dieser Woche eröffnet worden. Der dritte mutmaßliche Freier ist bereits verstorben.

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