Polizei entschuldigt sich

Kinderschänder blieben jahrelang unentdeckt

London - Jahrelang hat ein Kinderschänder-Ring in Oxford junge Mädchen missbraucht und zur Prostitution gezwungen - einen Tag nach der Verurteilung der Männer hat die Polizei sich nun für Fehler in dem Fall entschuldigt.

Obwohl sich seit 2004 mehrfach Opfer an die Polizei in der englischen Universitätsstadt Oxford gewandt hatten, habe man erst 2011 großangelegte Ermittlungen begonnen, erklärte die Chefin der zuständigen Polizeibehörde, Sara Thronton, am Mittwoch. „Wir haben jeden Fall einzeln behandelt. Niemand hat sich hingesetzt, und das Bild zusammengesetzt.“ Das Ausmaß des Missbrauchs und die Systematik dahinter seien zu spät erkannt worden.

Sieben Männer zwischen 27 und 38 Jahren waren am Dienstag vom Gericht in London schuldig gesprochen worden, das Strafmaß soll am 26. Juni verkündet werden. Sie hatten von 2004 bis 2012 junge Mädchen zwischen 11 und 16 Jahren vergewaltigt, missbraucht, bedroht und zur Prostitution gezwungen. In einem Fall musste ein Mädchen eine Abtreibung durchführen. Die Polizei geht von mehr als 50 Opfern aus. Der Kinderschänder-Ring war aufgeflogen, nachdem ein einzelner Polizeibeamter begonnen hatte, die Täter stärker zu überwachen.

In dem mehr als drei Monate langen Verfahren hatten die Opfer, die oft aus schwierigen Familienverhältnissen stammten, grausame Details berichtet. Die Täter hatten sie mit Geschenken und Aufmerksamkeit an sich gebunden, sie an Drogen herangeführt und schließlich vollkommene Kontrolle über sie gehabt, wie einige Mädchen erklärten. Auch das zuständige Jugendamt steht in der Kritik, weil die Kinder dort zum Teil nicht die Hilfe bekamen, um die sie baten.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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