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Der Angeklagte gilt als mutmaßlicher Betreiber einer Internet-Drogenplattform. Foto: P. Endig/Archiv

"Kinderzimmer-Dealer" will vor Gericht aussagen

Fast eine Tonne Drogen soll er aus dem Elternhaus heraus verkauft haben - und während seines schwunghaften Handels schließlich nachlässig geworden sein, so dass er aufflog. Vor Gericht will sich der "Kinderzimmer-Dealer" nun äußern.

Leipzig (dpa) - Der mutmaßliche Betreiber der Internet-Drogenbörse "Shiny Flakes" will vor Gericht aussagen. Der Anwalt des 20-Jährigen kündigte im Landgericht Leipzig für den nächsten Prozesstermin eine Einlassung des Angeklagten an.

Von einem "Geständnis" wollte er nicht sprechen - der junge Mann werde seine Version darstellen. Der 20-Jährige ist wegen Drogenhandels im großen Stil angeklagt. Aus dem heimischen Kinderzimmer heraus soll der Leipziger über das Internet 914 Kilogramm Rauschgift - alles außer Heroin - und verschreibungspflichtige Tabletten verkauft haben. Die Drogen verschickte er laut Anklage in Päckchen an Kunden im ganzen Land.

Wie die Leipziger Polizei im März mitgeteilt hatte, wurden nach der Festnahme des Angeklagten rund 360 Kilogramm Drogen beschlagnahmt - es ist einer der größten Drogenfunde in Deutschland. Laut Anklage soll der junge Mann am Ende nachlässig geworden sein und Adressaten verwechselt haben, so dass die illegalen Geschäfte aufflogen.

Offen ist noch, ob bei dem 20-Jährigen das Jugend- oder das Erwachsenenstrafrecht angewandt wird. Darüber hatten alle Beteiligten beim Prozessauftakt in einem Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen beraten. Der Prozess wird am 28. September fortgesetzt. (Az: 3 KLs 131 Js 5926/15 jug)

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