Kirche online: Weltweit gegen Missbrauch schulen

München - Missbrauchsfälle haben die katholische Kirche in mehreren Ländern erschüttert. Nun will die Kirche über das Internet Mitarbeiter auch in den entlegensten Winkeln erreichen.

Als Konsequenz aus den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche hat die päpstliche Universität Gregoriana in München ein Zentrum für Kinderschutz eröffnet. Es nahm am Freitag seine Arbeit auf und soll in den nächsten drei Jahren ein mehrsprachiges Online-Lern-Programm für kirchliche Mitarbeiter in aller Welt entwickeln, wie das Erzbischöfliche Ordinariat in München mitteilte.

Priester, Diakone, pastorale Mitarbeiter, Religionslehrer und Ehrenamtliche sollen in Zukunft darüber für das Thema Missbrauch sensibilisiert und in ihrer Handlungskompetenz gestärkt werden. Das Zentrum wird vom Institut für Psychologie der Gregoriana zusammen mit dem Uniklinikum Ulm für Kinder- und Jugendpsychiatrie aufgebaut.

Über das Internet hofft die Kirche auch Mitarbeiter in den entlegensten Regionen der Welt zu erreichen. In manchen Gegenden gebe es schon eher Internet als Straßen, sagte Christoph Kappes, Sprecher des Erzbischöflichen Ordinariats in München. „Es ist ein Baustein von mehreren Bausteinen. Es ist nicht so, dass damit die Präventionsarbeit erledigt ist“, betonte er. „Es ersetzt nicht ein persönliches Gespräch und den Austausch.“

Zunächst nehmen in acht Partnerländern je 100 kirchliche Mitarbeiter an dem Projekt teil und helfen bei der Entwicklung. „Wichtig ist, dass man damit Standards setzt, die in möglichst vielen Ländern auch funktionieren“, sagt Kappes. Das sei zugleich die Schwierigkeit: Die jeweiligen gesetzlichen Grundlagen der Länder und kulturelle Unterschiede müssten eingearbeitet werden. „Am Ende soll ein E-Learningprogramm stehen, das weltweit funktioniert.“ Die Diözesen München, Augsburg und Osnabrück, die Barmherzigen Schwestern sowie private Sponsoren fördern das Projekt mit zusammen knapp 1,2 Millionen Euro für drei Jahre.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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