Todesstrafe

Klage gegen Giftspritze in Oklahoma

Washington - Nach der qualvollen Hinrichtung eines Verurteilten in Oklahoma wird die Nutzung von Giftcocktails beim Vollzug der Todesstrafe in dem Bundesstaat nun den Obersten Gerichtshof der USA beschäftigen.

Das Gericht nahm am Freitag eine Klage von drei in dem Bundesstaat zum Tode verurteilten Männern an. Diese klagen gegen die Hinrichtung mit der Giftspritze, weil diese ihrer Meinung nach "grausam und ungewöhnlich" sei. In der Verfassung der Vereinigten Staaten sind "grausame und ungewöhnliche" Strafen ausdrücklich verboten.

Eine Reihe von qualvollen Hinrichtungen löste im vergangenen Jahr eine Debatte über die in den USA verwendeten Giftcocktails aus. Besonders der Fall von Clayton Lockett, der am 29. April vergangenen Jahres in Oklahoma hingerichtet wurde, sorgte für heftige Diskussionen. Lockett hatte bei der Exekution Qualen erlitten, weil es Probleme bei der Giftinjektion gab. Er wand sich 43 Minuten lang im Todeskampf vor Schmerzen, bis er schließlich einen Herzinfarkt erlitt.

Daraufhin reichten insgesamt vier in Oklahoma zum Tode verurteilte Häftlinge Klage ein, einer von ihnen wurde aber dessen ungeachtet vor einer Woche mit einer Giftinjektion hingerichtet. Auch jetzt entschied der Oberste Gerichtshof nicht, ob die Hinrichtungen der drei Kläger aufgeschoben werden müssen. Einer von ihnen soll in der kommenden Woche sterben.

Beim Tod durch die Giftspritze greifen die US-Behörden immer wieder auf kaum erprobte Mischungen zurück, weil sich europäische Pharmafirmen weigern, das zuvor eingesetzte Betäubungsmittel Pentobarbital zu liefern. Die Todesstrafe ist in 32 der 50 US-Staaten sowie auf Bundesebene erlaubt, die Zahl der Hinrichtungen geht seit Jahren aber beständig zurück. Nach Angaben des US-Informationszentrums zur Todesstrafe (DPIC) wurden 2014 so wenige Menschen hingerichtet wie seit 20 Jahren nicht mehr.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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