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So sehen typische Teilnehmer des skurrilen Rennens aus.

Skurriles Renn-Ereignis

Klapprad-Weltmeister mit Schnäuzer gekürt

Ludwigshafen - Teilnahme nur mit Schnäuzer: In Ludwigshafen sind am Wochenende Radfahrer im Stil der 70er zur WM angetreten - mit alten Klapprädern und obligatorischer Gesichtsbehaarung.

Fuchsschwänze, fellbesetzte Schlaghosen und Kleinkinder mit falschen Bärten - der „World-Klapp 2013“ hat auch als Festival des ultraschlechten Geschmacks geglänzt. Ganz im Stil der 70er Jahre zelebrierten 111 Radler und rund 3000 Zuschauer am Samstagabend im pfälzischen Ludwigshafen die zweite Klapprad-Weltmeisterschaft für Oberlippenbartträger.

Nach vier Ausscheidungsrennen, zwei Stürzen, drei Stromausfällen und einem einstündigen Finale stand gegen 22.30 Uhr endlich fest: Der Klapprad-Stundenweltrekord 2013 liegt bei 36,96 Kilometern. Er wird gehalten von Andreas Gebhardt, stolzem Träger eines „Pornobalkens“. Seinen so bezeichneten Oberlippenbart hatte sich der 35-jährige Sieger aus dem baden-württembergischen Teningen extra für den World-Klapp stehenlassen, denn es galt: „Ohne Bart kein Start!

Ein echter Oberlippenbart war neben einem mindestens 30 Jahre alten Klapprad ohne Gangschaltung zwingende Voraussetzung für die Teilnahme. Das Rennen wurde vom Pfälzer Klappverein - ein nach eigenen Angaben „gemeinnütziger Verein zur Förderung des Klappradsports und der Völkerverständigung“ - in diesem Jahr zum zweiten Mal ausgerichtet. Die eigentümlichen Teilnahmebedingungen sollten an die goldenen Zeiten der Klappradkultur und des Oberlippenbarts in den 70er Jahren erinnern.

Ein falscher Bart war lediglich gegen Vorlage einer speziellen Bescheinigung erlaubt - was auch Frauen die Teilnahme ermöglichte. Allerdings folgten nur vier Damen dem Aufruf, darunter „Frau Antje“. Zusammen mit „Räuber Hotzenplotz“ war sie aus Geldern nahe der niederländischen Grenze angereist und hatte sich extra in ein holländisches Trachtenkostüm geworfen.

„Natürlich wollen wir Weltmeister werden - wir waren extra eine Woche im Trainingslager am Gardasee und haben Höhentraining gemacht!“, zeigte sich „Räuber Hotzenplotz“ vor dem Rennen siegesgewiss. Doch trotz der ehrgeizigen Vorbereitung blieb beiden der Weg ins Finale versperrt. Aus ganz Deutschland strömten die Teilnehmer nach Ludwigshafen, wovon Clubnamen wie „Schenkelbürste Bremen“ oder „Schnauzer Wiesbaden“ zeugten.

Die Finalteilnehmer wurden in vier Ausscheidungsrennen ermittelt. Dabei trennte sich rasch die Spreu vom Weizen. Schließlich traten dann 32 Radler gegeneinander an, angefeuert von ihren Cheerleadern. Nach zwei Dritteln der Zeit hatte sich die Teilnehmerzahl bereits halbiert, da jeder, der überrundet wurde, ausscheiden musste.

Unter den Verbliebenen befand sich der Pfälzer Udo Bölts, dreifacher deutscher Straßenmeister, zwölffacher Tour-de-France-Teilnehmer und Schöpfer des in die Annalen des Radsports eingegangenen Spruchs „Quäl' dich, du Sau!“. Er landete auf Platz acht. Bölts war schon im Vorjahr mitgeradelt und hatte dabei drei Klappräder verschlissen. „Der tritt wie eine Nähmaschine und fährt mit Bergübersetzung, weil er gar nicht gewinnen will“, sagte Peter Zürker, Erster Vorsitzender des Pfälzer Klappvereins.

Für Weltmeister Gebhardt, der im Vorlauf gestürzt, aber trotz Wunde am rechten Arm einfach weitergestrampelt war, war es das erste Klappradrennen überhaupt: „Letztes Jahr durfte ich nicht mitfahren - ich hatte einfach das falsche Klapprad.“

dpa

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