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Kleiner Nabil wurde wahrscheinlich entführt

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- Homberg/Efze (dpa) - Der vier Tage verschwundene Junge Nabil aus dem nordhessischen Homberg-Hülsa ist nach Einschätzung der Polizei entführt und wieder ausgesetzt worden. Der fast drei Jahre alte Junge habe am Freitag erzählt, dass er mit einem Mann in einem Auto gesessen habe, berichtete die Polizei.

Außerdem spielten ein Haus und Enten eine Rolle in den kindlichen Schilderungen. Das am Sonntag verschwundene Kind aus einer jemenitischen Familie war am Mittwoch in einem knapp drei Kilometer entfernten Wald entdeckt worden.

Nach dem Eindruck der Vernehmungsbeamten kannte Nabil seinen Entführer nicht, berichtete Polizeisprecher Reinhard Giesa. Die Polizei fahndet nun mit Hochdruck nach einem unbekannten Pädophilen, ermittelt aber auch in andere Richtungen. Das Kind lebt bei Verwandten in Hülsa, während sein Vater in München studiert und die Mutter in den Jemen zurückgekehrt ist. Zunächst war auch spekuliert worden, dass das robuste Kind bei den sommerlichen Temperaturen allein im Wald überlebt haben könnte.

Nach ärztlichen Untersuchungen hat der Junge keinerlei Verletzungen davongetragen, berichtete die Polizei weiter. Nabil habe auch nichts von Misshandlungen berichtet. Er wurde am Donnerstagnachmittag aus dem Krankenhaus entlassen. Auch gebe es keine Hinweise auf sexuellen Missbrauch. Die Ergebnisse der kriminaltechnischen Untersuchung von Nabils Windel- und Mageninhalt stünden noch aus.

In seinen von einem Dolmetscher übertragenen Erzählungen spielten offenbar Enten eine wichtige Rolle. Nachfragen hätten ergeben, dass er keineswegs die Tiere im heimischen Dorfweiher gemeint haben könne. Der Teich war am Montag bei der Suche nach dem vermissten Kund ausgepumpt worden. Außerdem habe Nabil erzählt, dass er mit dem Fremden in einem Haus gewesen sei, das er allerdings nicht näher beschreiben konnte. Es sei auch nicht klar, was das Kleinkind unter einem Haus verstehe.

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