Auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen

Temperatur-Rekord in der Arktis - So warm war es seit 40 Jahren nicht

Der Klimawandel lässt die Temperaturen weltweit steigen. Besonders extrem wurde es in der Arktis. So warm war es auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen seit 40 Jahren nicht.

  • Der Klimawandel hat einen starken Einfluss auf das Wetter*.
  • Derzeit ist es besonders in der Arktis warm.
  • An zwei Orten wurden zuletzt Rekorde aufgestellt.

Spitzbergen/Werchojansk - Auf der norwegischen Inselgruppe Spitzbergen war es am Samstag (25. Juli) so warm wie seit über 40 Jahren nicht. Nach Angaben des norwegischen Instituts für Meteorologie in Oslo wurde ein Spitzenwert von 21,2 Grad gemessen. Demnach war es auf dem Arktis-Archipel seit Beginn der Wetteraufzeichnung nur ein einziges Mal noch wärmer. Im Juli 1979 kletterte die Temperatur auf 21,3 Grad.

Temperatur-Rekord in der Arktis - So warm war es seit 40 Jahren nicht

Bis Montag (27. Juli) würden die Temperaturen voraussichtlich anhalten, so das Institut. Sie liegen deutlich über den Normaltemperaturen auf der Inselgruppe im arktischen Ozean: Im Juli, dem heißesten Monat des Jahres, ist es dort normalerweise gerade einmal fünf bis acht Grad warm. Nach Ansicht von Wissenschaftlern schreitet die Klimaerwärmung in der Arktis doppelt so schnell voran wie im Rest der Welt.

Im russischen Teil der Arktis etwa liegen die Durchschnittstemperaturen bereits seit Januar durchschnittlich fünf Grad über Normallevel. In der Stadt Werchojansk in Jakutien, die als einer der kältesten bewohnten Orte der Welt gilt, seien am 20. Juni 38 Grad gemessen worden, ein Rekord für die Messstation, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf. Werchojanski liegt nördlich des Polarkreises.

Hitze in Sibirien: Ohne den Klimwandel praktisch unmöglich

Auch wenn das Wetter in der Region unter anderem durch eine Nordverlagerung des Jetstreams - eines Starkwind-Bandes in der Troposphäre - beeinflusst werde, wäre eine solche Hitzewelle nach einer Analyse von WMO-Experten ohne den Klimawandel praktisch unmöglich gewesen. Die Entwicklung habe weitreichende Folgen. „Die Pole beeinflussen Wetter und Klima in niedrigeren Breitengraden, wo Hunderte Millionen Menschen leben“, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas.

Das zweite Jahr in Folge tobten wegen der Hitze innerhalb des Polarkreises verheerende Brände. Das nördlichste zur Zeit aktive Feuer befinde sich weniger als acht Kilometer vom Arktischen Ozean entfernt, so die WMO. Auf russischen Satellitenaufnahmen seien am 22. Juli 188 wahrscheinliche Brandherde zu sehen gewesen.

Greenpeace Russland hat Waldbrände in der Region Krasnojarsk dokumentiert.

„Der Sommer 2019 war insgesamt in Bezug auf die Brände in hohen Breitengraden ungewöhnlich, und 2020 scheint sich ähnlich zu entwickeln“, zitierte die WMO den Wissenschaftler Mark Parrington vom europäischen Kopernikus-Atmosphärenüberwachungsdienst (CAMS). Die sibirische Hitzewelle habe den Eisrückgang an den arktischen Küsten beschleunigt, besonders seit Ende Juni, berichtete die WMO.

Auch in Deutschland wird der Sommer heiß. US-Experten warnen vor Hitzewellen und schweren Unwettern. Auch erste Wetter-Prognosen für den nächsten Winter sind schon bekannt. Der US-Wetterdienst NOAA und der europäische Wetterdienst haben eine erste Tendenz veröffentlicht. (dpa/AFP)

In Düsseldorf ist ein mehrstöckiges Haus eingestürzt. Seitdem werden zwei Bauarbeiter vermisst.

Rubriklistenbild: © Julia Petrenko/Greenpeace Russland via AP/dpa/picture alliance

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