Zahlen steigen drastisch

Klima-Forscher rechnen mit erhöhtem Risiko: Immer mehr Deutsche sterben durch Hitze

  • Mara Rehfisch
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Die Klimakrise wird schlimmer und sie wird Deutschland härter treffen, als andere Staaten. Mit dieser Prognose rechnen jedenfalls einige Forscher.

München - Bisher ist die Klimakrise für viele noch nicht ganz allgegenwärtig - sollte sie laut einigen Forschern aber. Wie aktuelle Untersuchungen nämlich ergeben haben, könnte der Klimawandel die Gesundheit vieler Deutscher erheblich beeinflussen. Womit nämlich vielleicht einige nicht rechnen: Die Zahl der Hitzetoten liegt in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern deutlich vorne - doch woran liegt das?

Sterberisiko durch Hitzetod drastisch angestiegen: Forschung ergab neue Zahlen

Wie der Spiegel die Forscher im Fachjournal „The Lancet“ zitiert, hängt deren Forschungsergebnis in Bezug und die drastisch erhöhten Hitzetoten mit der jährlichen Zunahme der Hitzetage mit der steigenden Bevölkerung von Menschen über 65 Jahren zusammen.

2018 wurden laut dem Spiegel alleine rund 20.200 Todesfälle unter über 65-Jährigen im Zusammenhang mit Hitze verzeichnet. Zum Vergleich: Nur in den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt kam auf ähnlich erschreckende Zahlen. China kam bei einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen auf 62.000 Hitzetote und Indien auf 31.000.

Forscher fanden heraus: Mehr Hitzetote, dafür weniger Tote durch Luftverschmutzung

Die Rechnung setzt sich unter anderem folgendermaßen zusammen: die Maximaltemperatur, den Anteil der über 65-Jährigen und das Sterberisiko dieser Altersgruppe durch Hitze. Noch vor ein paar Jahren war die Zahl deutlich geringer. Zwischen 2014 und 2018 habe die Zahl der Hitzetoten nach gleicher Rechnung in Deutschland im Schnitt „nur“ bei 12.080 Hitzetoten. Darin nicht mit einkalkuliert seien wohl die Menschen, die in Städten leben. Dabei sollen sich Großstädte im Vergleich noch schneller erhitzen, als die Werte der besagten Rechnung.

Doch auch ein positiver Aspekt ist aus den Studien-Ergebnissen, die von 120 internationale Forschern mit Beteiligung der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Weltbank durchgeführt wurde, herausgegangen. Das frühzeitige Sterberisiko durch Luftverschmutzung ist leicht zurückgegangen. (mrf)

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