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Die Kirschbäume in Deutschland blühen bei strahlendem Sonnenschein - und das mitten im Dezember.

Klimatrend 2015/16

"Frühling pur" statt Jahrtausendwinter

Wiesbaden - Fast 17 Grad im Schatten wurden Anfang der Woche im Südwesten Deutschlands gemessen. Und das mitten im Dezember. Die US-Wetterbehörde berechnet den Winter 2015/16 immer wärmer.

Gemütliche 17 Grad im Schatten, Sonnenschein pur. Betrachtet man das aktuelle Wetter, könnte man meinen, es wäre April oder Mai, aber nicht Dezember. Auch der Diplom-Meteorologe Dominik Jung findet: "Das ist Frühling pur und das mitten in einem Monat, den wir eigentlich zum Winter zählen." 16,7 Grad wurden in Freiburg im Breisgau gemessen, aber auch im Rheinland war es mit Werten zwischen 15 und 16 Grad außergewöhnlich warm.

Bereits im September hatte der Wetterexperte den aktuellen Klimatrend der Monate Dezember, Januar und Februar vorgestellt. Erwartet wird, dass diese Monate heuer bis zu drei Grad wärmer werden, als im langjährigen Durchschnitt. Aber: "Natürlich ist das nur ein Trend, kein Mensch kann sicher sagen, wie das Wetter in den kommenden Monaten tatsächlich wird", sagt Jung.

Bis zu drei Grad wärmer

Außerdem könnte der Winter diesen Erkenntnissen zufolge auch lokal deutlich mehr Niederschlag bringen als normal. Beides zusammen deutet auf einen typischen milden Westwindwetter-Winter hin: Vom Atlantik kommen immer wieder Tiefs mit Regen und warmer Luft zu uns. "Also könnte man diesen Winter auch durchaus mal nasse Füße bekommen", befürchtet der Wetterexperte.

Sollten sich die Trends bewahrheiten, könnte uns erneut ein Winter bevorstehen, der es sogar in die Top 5 der wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen bringen könnte. Sicher ist natürlich noch nichts, blieben in den ersten Dezembertagen dicke Winterjacken und -stiefel schon mal im Schrank.

Dass dies so weitergehen könnte, zeigt die Prognose:

Mittwoch: 7 bis 11 Grad, im Südosten noch Regen, sonst freundlich

Donnerstag: 6 bis 10 Grad, freundlich, ab und zu Sonne

Freitag:  5 bis 10 Grad, aufziehender Regen

Samstag: 6 bis 11 Grad, viele Wolken, ab und zu Regen, in den Hochlagen der Mittelgebirge auch Schneeregen oder Schnee, dazu vor allem im Norden Sturmgefahr!

3. Advent: 7 bis 12 Grad, trüb und vor allem im Norden wieder Regen

Montag: 7 bis 13 Grad, im Norden Wind und Regen, nach Süden bewölkt aber trocken

Dienstag: 5 bis 10 Grad, viele Wolken und Regen

Mittwoch: 5 bis 13 Grad, Gemisch aus Sonne und Wolken, im Süden etwas Regen

Donnerstag: 5 bis 13 Grad, bedeckt und viele Wolken, ab und zu Regen

Freitag: 6 bis 13 Grad, bedeckt, starker Regen, im Nordosten zeitweise auch Schneeregen

Samstag: 5 bis 11 Grad, viele Wolken, ab und zu Regen, im Nordosten Schneeregen möglich 4. Advent: 7 bis 13 Grad, stark bewölkt, ab und zu Regen

Der wärmste Dezember bisher war im Jahr 1934 bzw. 1974 mit einem deutschlandweiten Durchschnittswert von 4,8 Grad. Ob dieser Rekord heuer gebrochen wir, wissen wir natürlich noch nicht, aber die Chancen stehen nicht schlecht: 6,8 Grad ist bisher der Durchschnitt in diesem Dezember.

Auch diejenigen, die sich auf eine weiße Weihnacht gefreut haben, muss der Wetterexperte enttäuschen: "Einen Tag vor Heiligabend berechnen die Wettermodelle aktuell Spitzenwerte zwischen zehn und 16 Grad – also schon wieder Frühlingswetter." Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt.

Einer ist sich zumindest sicher, dass es ein langer und schneereicher Winter wird: Der Hobby-Meteorologe Sepp Haslinger aus Benediktbeuren sagt anhand des Blütenstands der Königskerze in seinem Garten voraus, wie der Winter wird. Er spricht sogar von einem Jahrtausendwinter. Diesem erteilt Jung jedoch eine klare Absage.

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