1. Startseite
  2. Welt

Dürre in Italien: Harte Sparmaßnahmen gegen Wasserkrise – Friseure dürfen nur noch einmal spülen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Martina Lippl

Kommentare

In Italien ist das Wasser knapp. Trinkwasser ist in einigen Regionen rationiert. Um den Wasserverbrauch weiter zu drosseln, hat ein Bürgermeister eine brillante Idee.

Castenaso – Extreme Hitze und kaum Niederschlag in Sicht. In Norditalien herrscht eine historische Dürre. Die Lage in den italienischen Regionen Piemont, Lombardei und Emilia-Romagna ist ernst. Der Fluss Po – sonst die Lebensader – ist zu einem Rinnsaal geschrumpft. Angesichts der Wasserknappheit wurde der Ausnahmezustand in einigen Gebieten bereits ausgerufen.

Italienischer Bürgermeister verbietet zweite Kopf-Wäsche beim Friseur

Der Bürgermeister von Castenaso hat in einer Verordnung zum Wassersparen, die zweite Wäsche beim Friseur untersagt. Dem Kunden darf nur einmal der Kopf gespült werden. Das klingt vielleicht nach einer Schnapsidee, doch der Bürgermeister Carlo Gubellini hat seine Hausaufgaben gemacht: In der 16.000-Einwohner-Gemeinde am Stadtrand von Bologna gibt es etwa zehn Friseure, erklärt der Bürgermeister Castenaso im Corriere di Bologna. Durch einen offenen Wasserhahn rauschen demnach durchschnittlich 13 Liter pro Minute. Bei dem Verzicht auf eine zweite Kopf-Wäsche lassen sich Tausende Liter Wasser pro Tag sparen. „Niemand hat protestiert, die Bürger haben die Gründe hinter der Verordnung verstanden“, so der Bürgermeister.

Dürre in Italien: Wasserverschwendern droht Strafe bis 500 Euro

Gubellini hofft, dass sich seine Wasserspar-Maßnahme weiter verbreitet. Die Wirkung wäre seiner Auffassung nach enorm. „Wir sind an einem kritischen Moment, wir müssen unsere Ärmel hochkrempeln und auf jede kleine Geste achten“, betont der Bürgermeister im Corriere di Bologna. Kleine Opfer könnten einen großen Nutzen haben. Wer gegen die Verordnung verstößt, muss mit Strafen zwischen 25 und 500 Euro rechnen. Kontrollen führt die örtliche Polizei durch.

Die Folgen der Wasserknappheit sind gravierend für Landwirtschaft und auch für die Fischerei. Auch die Stromproduktion musste heruntergefahren werden. Die Metropole Mailand dreht den Brunnen in der Stadt das Wasser ab. Um die Po-Ebene zu retten, soll Wasser aus dem Gardasee abgepumpt werden. Der Vorschlag sorgt für hitzige Diskussionen. Italien will wegen der anhaltenden Dürre den Ausnahmezustand für das ganze Land ausrufen. Dann könnte wegen der Trockenheit auf tagsüber das Wasser rationiert werden. (ml)

Auch interessant

Kommentare