+
Eine Boeing 747 der Lufthansa startet in Frankfurt. Foto: Boris Roessler

Heiße Luft trägt schlechter

Klimawandel könnte Flugverkehr erheblich einschränken

Flora, Fauna, Lebensräume - der Klimawandel könnte sich auf so ziemlich alles auswirken. Auch auf den Luftverkehr, wie eine neue Studie jetzt feststellt. Denn an richtig heißen Tagen können manche Jets schlicht nicht mehr starten.

New York (dpa) - Die durch den Klimawandel steigenden Temperaturen könnten einer Studie zufolge in den kommenden Jahrzehnten den Luftverkehr weltweit erheblich einschränken. Für viele Flugzeuge werde es schwieriger abzuheben.

Das schreiben Forscher um Ethan Coffel von der New Yorker Columbia University im Fachjournal "Climatic Change". Grund dafür ist, dass wärmere Luft sich ausdehnt, so dass die Dichte abnimmt. Die Forscher gehen davon aus, dass die Höchsttemperaturen an Flughäfen bei gleichbleibender Menge der Treibhausgas-Emissionen bis zum Jahr 2080 um vier bis acht Grad Celsius steigen werden.

Dann müssten etwa 10 bis 30 Prozent aller vollbesetzten Flugzeuge in den heißesten Stunden des Tages entweder Treibstoff, Passagiere oder Ladung entfernen oder aber auf Abkühlung warten, um loszufliegen. Dies hänge unter anderem von Flugzeugtyp und Länge der Startbahn ab. Rund vier Prozent Gewicht müssten bei manchen Flugzeugtypen an heißen Tagen entfernt werden, das wären bei 160 Plätzen 12 bis 13 Passagiere. Dadurch entstünden "nicht unbedeutende Kosten".

Das Team betont, dass Ende Juni etwa American Airlines in Phoenix im US-Bundesstaat Arizona mehr als 40 Flüge streichen musste, da kleinere Regionaljets bei den Temperaturen von fast 50 Grad nicht mehr starten konnten.

Bis 2100 erwarten Forscher einen weltweiten Temperaturanstieg von zwei bis vier Grad Celsius, zudem werden Hitzewellen zunehmen. "Weil die Welt sich immer mehr vernetzt und die Luftfahrt zunimmt, könnte das möglicherweise lawinenartige Auswirkungen haben, wirtschaftliche und sonstige", sagt Ko-Autor Radley Horton vom Goddard Institute for Space Studies der US-Weltraumbehörde Nasa. Besonders betroffen wären in den USA Flughäfen in Phoenix, Dallas, Denver, New York und Washington, zudem weitere in Europa, China, Südasien und dem Nahen Osten.

Die meisten Studien hätten bislang geprüft, wie sich der Flugverkehr - derzeit verantwortlich für etwa zwei Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen - auf das Klima auswirke. Diese Untersuchung prüfte nun den umgekehrten Zusammenhang.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Sechs Tote bei Horror-Unfall in Birmingham
Es ist ein Bild des Grauens: Bei einem Unfall mit mehreren Fahrzeugen sterben in England sechs Menschen. Die Polizei rätselt über die Ursache.
Sechs Tote bei Horror-Unfall in Birmingham
Woche beginnt schneereich: Weiße Weihnacht möglich
Schon am Wochenende vor Weihnachten gibt es in vielen Teilen Deutschlands Eis und Schnee. Wintersportler nutzen die Gelegenheit, etwa zu Ausflügen in den Harz. Zum …
Woche beginnt schneereich: Weiße Weihnacht möglich
Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof
Am Hamburger S-Bahnhof Veddel ist am Sonntag laut Medienberichten ein Sprengsatz explodiert. Es wurde Großalarm ausgelöst. 
Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof
Akuthilfe für unterernährte Kinder in Niger: Erdnusspaste rettet Leben
Ohne unsere Hilfe haben die Kinder in Niger keine Chance: Sie haben zu wenig zu essen, kaum medizinische Versorgung und kein sauberes Wasser. Deshalb unterstützen wir …
Akuthilfe für unterernährte Kinder in Niger: Erdnusspaste rettet Leben

Kommentare