1. Startseite
  2. Welt

„Besorgniserregend“: Klimawandel setzt Mount Everest zu – Bergsteiger berichtet

Erstellt:

Kommentare

Eine wüstenartige Berglandschaft, im Hintergrund der Mount Everest im Januar 2022
Im Himalaya-Gebirge entstehen wegen der steigenden Temperaturen immer mehr Seen. © Sudipta Bhowmick/Zoonar/Imago

Die Eisschichten wandeln sich laut Forschern zu Überschwemmungen. Eine Studie benennt bei einem Gletscher nun das Tempo des Schwundes.

Himalaya - Der Klimawandel erreicht den höchsten Berg der Welt: Der Gipfelgletscher des Mount Everest ist in den vergangenen drei Jahrzehnten drastisch abgeschmolzen. Das ergab eine Studie der US-Universität Maine, welche Anfang Februar im Fachjournal Nature publiziert wurde.

Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass der Gletscher mehr als 80 Mal schneller schrumpft, als er für seine Entstehung benötigt hat. Der Schwund betreffe die nepalesische Seite des Berges, der Name des Gletscher lautet „South Col Glacier“. Eine Altersbestimmung mit der Radiokarbonmethode ergab, dass dessen oberste Eisschicht etwa 2000 Jahre alt war.

Bei diesem Tempo könnte der Gletscher „wahrscheinlich innerhalb weniger Jahrzehnte verschwinden“, sagte Studienleiter Paul Mayewski dem Magazin National Geographic.

Klimawandel setzt Mount Everest zu – Neue Seen im Himalaya-Gebirge

Mehrere weitere Forschungsteams waren in den vergangenen Jahren ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass die Gletscher im Himalaya-Gebirge zunehmend schneller schmelzen.

Der „South Col Glacier“ liegt etwa 7900 Meter über dem Meeresspiegel, rund einen Kilometer unterhalb des Gipfels des Mount Everest. Aufgrund der Schmelze haben sich an den Ausläufern des Himalaya-Gebirges hunderte Seen gebildet. Sollte der Wasserspiegel weiter steigen, drohen den umliegenden Gebieten Überschwemmungen.

Der nepalesische Bergsteiger Kami Rita Sherpa, der den Mount Everest seit 1994 bereits 25 Mal bestiegen hat, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, er habe die Veränderungen aus erster Hand miterlebt. „Wir sehen jetzt freiliegendes Gestein in Bereichen, in denen früher Schnee lag“, sagte er. „Das ist besorgniserregend“. (frs/AFP)

Auch interessant

Kommentare