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Der angeklagte Arzt hatte aus Kostengründen statt einer teuren sterilen Lösung wiederholt frisch gepressten Zitronensaft zur Wunddesinfektion benutzt.

Tod in Skandal-Klinik Wegberg vor BGH 

Karlsruhe/Wegberg - Der Medizinskandal um das Klinikum Wegberg beschäftigt seit Donnerstag den Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

Im Mittelpunkt steht dabei der Tod einer 80-jährigen Patientin, deren Operationswunde im März 2006 vom damaligen Chefarzt mit Zitronensaft desinfiziert wurde. Die Seniorin war später gestorben. Das Landgericht Mönchengladbach hatte deswegen den behandelnden Chirurgen und Klinikchef im Januar wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Dagegen hatte der Mediziner Revision eingelegt.

Nach Angaben eines BGH-Sprechers muss der zuständige Senat zunächst mehrere Grundsatzfragen klären, weshalb von einer längeren Verfahrensdauer auszugehen ist. Das Landgericht Mönchengladbach hatte letztlich nicht klären können, ob die Zitronensaft-Therapie für den Tod der Patientin verantwortlich war.

Allerdings waren die Richter überzeugt, dass die Frau vorher über diese Behandlungsmethode hätte informiert werden müssen. Die Anwälte des Mediziners argumentieren, dass diese Behandlung spontan während des Eingriffs verabreicht worden sei. Deshalb habe die Patientin nicht im Vorgespräch informiert werden können. Ihr Tod sei daher “schicksalhaft“ gewesen.

Der Klinikchef muss sich derzeit noch wegen weiterer angeblicher Behandlungsfehler vor dem Landgericht Mönchengladbach verantworten.

dapd

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