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Sicherheitspersonal am Ansturzort in Smolensk.

Knochenreste in Smolensk gefunden

Warschau - Sechseinhalb Monate nach dem Flugzeugunglück in Smolensk haben Archäologen Knochenreste der Opfer des Flugzeugabsturzes gefunden.

Bisher sind offensichtlich noch nicht alle sterblichen Überreste sowie die persönlichen Gegenstände der Opfer von Smolensk geborgen worden. Polnische Archäologen hätten auf dem Gelände des Flughafens Knochenteile entdeckt, sagte Tomasz Mackiewicz von der militärischen Staatsanwaltschaft am Dienstag in Warschau. Sie würden nun in einem Krankenhaus in Smolensk untersucht und sollten anschließend ins Moskauer Institut für Genetik geschickt werden. Laut Mackiewicz wurden insgesamt mehrere tausend persönliche Gegenstände der Verunglückten sowie Teile der Maschine gefunden.

Ihre Zahl habe die Erwartungen weit übertroffen, hieß es nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP aus dem Archäologenteam, das seit Monatsanfang im Einsatz ist. Es sei allerdings zu früh, um zu sagen, ob der Fund von Bedeutung für die Ermittlungen sei, so die Staatsanwaltschaft. Bei dem Absturz waren am 10. April in Smolensk Polens Präsident Lech Kaczynski, seine Ehefrau sowie 94 weitere prominente Politiker, Militärs und Geistliche ums Leben gekommen.

Der Bruder des Toten, Oppositionschef Jaroslaw Kaczynski und andere Opferfamilien kritisierten Moskau wiederholt wegen angeblich schlampiger Ermittlungen. Sie warfen den russischen Behörden unter anderem vor, den Unfallort nicht ausreichend untersucht und das Wrack des Flugzeugs nicht geschützt zu haben. Erst Anfang dieses Monats wurde die Maschine mit einer Plane überdeckt.

dpa

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