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Christian Wulff wird bei einem Mottowagen auf dem Kölner Rosenmontagsumzug aus seinem viel zu großen Anzug gezogen.

Karneval: Wulff stiehlt Gauck die Show

Köln - Unter dem Jubel Tausender Jecken hat in Köln der größte Rosenmontagszug Deutschlands begonnen. In diesem Jahr geht es besonders Ex-Bundespräsident Christian Wulff an den Kragen.

Der künftige Bundespräsident Joachim Gauck ist beim diesjährigen Karneval noch weitestgehend verschont worden. Seine Nominierung am Sonntag war denn doch zu kurzfristig für einen weiteren Umbau der Festwagen für die Rosenmontagsumzüge. Die Narren und Jecken schossen sich stattdessen auf Gaucks Vorgänger Christian Wulff ein.

Zumindest in Düsseldorf war aber der künftige erste Mann im Staat bereits auf einem Festwagen zu sehen: Als Ei, das jeden Moment zu brechen droht. Daneben ein Christian Wulff als gerupfter Bundesadler nach einer Bruchlandung, der nur noch wenigen Federn an seiner Haut trägt. Darunter steht der Schriftzug „Und Tschüss...“. Der Wagen war bis zuletzt geheim geblieben.

Rosenmontags-Motive: Merkel im Tanga, Rösler als Pinscher

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Auch die Umzüge in den anderen Karnevalshochburgen standen ganz im Zeichen von Christian Wulff. In Köln, dem größten Karnevalsumzug, wurde er vom deutschen Michel aus einem viel zu großen Anzug, der das Amt des Bundespräsidenten darstellte, gezogen. Aus seinen Taschen fielen ein Handy, Prozente, Zinsen und Urlaubsreisen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht daneben und rauft sich die Haare. Die ganze Szene spielte sich vor dem „Kaufhaus Vorteilsnahme“ mit dem Angebot „Sonderkredite: 3 nehmen - 1 bezahlen“ ab.

Ein Jubiläum feierten die Mainzer: Pünktlich um 11.11 Uhr startete in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt der 111. Rosenmontagsumzug. Ein als ausgeknockter Boxer im Ring dargestellter Christian Wulff begleitete die über 9.500 Menschen durch die Innenstadt. Bis zum Freitag war die Wulff-Figur noch als angeschlagener Kämpfer konzipiert gewesen. Ein weiteres großes Thema war zudem der Fluglärm rund um den Frankfurter Flughafen.

In Rottweil lockte der traditionelle Narrensprung mehr als 10.000 Zuschauer an. Mit handgeschnitzten Holzmasken und farbigen Kostümen waren die Narren nach dem großen Glockenschlag um Punkt 8.00 Uhr durch die Stadt gezogen, um den Höhepunkt der schwäbisch-alemannischen Fastnacht zu feiern. Die Wurzeln des Rottweiler Narrensprungs liegen im 15. Jahrhundert.

Karneval auch in Koblenz, Trier und Saarbrücken

Nicht nur in den traditionellen Hochburgen wurde die fünfte Jahreszeit, wie die Jecken den Karneval auch gerne nennen, gefeiert. In Koblenz waren rund 5.000 Menschen mit einem lauten „Olau“ durch die Innenstadt gezogen, in Trier waren 1.800 und in Saarbrücken immerhin 1.340 unterwegs.

Neben Wulff waren bei den Umzügen noch weitere Motive vertreten. Die Bundeskanzlerin drückte den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy an ihre Brust und fuhr gemeinsam mit einem FDP-Skelett auf einem Tandem. In einer Hommage wurde zudem an den verstorbenen Humoristen Loriot erinnert. Er steht vor Petrus im Himmel, der ihm entgegnet: „Die Ente bleibt draußen“.

dapd

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