Sturmtief fordert Tribut: Jetzt ist eine S-Bahn-Linie unterbrochen

Sturmtief fordert Tribut: Jetzt ist eine S-Bahn-Linie unterbrochen
Der Komet "67P/Tschurjumow-Gerassimenko". Hier ist die Raumsonde "Rosetta" mit ihrem Mini-Labor gelandet. Foto: ESA/Rosetta/NAVCAM

Kometen-Mission wissenschaftlicher Durchbruch 2014

Washington (dpa) - Forscher erhoffen von der "Rosetta"-Mission neue Erkenntnisse zur Entstehung des Sonnensystems und des Lebens. Manche Experten vergleichen das Projekt mit der Mondlandung 1969.

Dass die Landung auf einem Kometen als wissenschaftliche Errungenschaft des Jahres eingestuft wird, mag da kaum verwundern. Premiere im Weltall wird wissenschaftlicher Durchbruch des Jahres: Die Mission der Raumsonde "Rosetta" mit der ersten Landung eines Mini-Labors auf einem Kometen ist aus Sicht des Fachmagazins "Science" der Durchbruch des Jahres 2014. Die Daten werfen ein neues Licht auf die Entstehung und Entwicklung solcher Kometen, begründen die Herausgeber ihre Entscheidung in einer Mitteilung. Zudem mache die Mission, die aus Darmstadt und Köln gesteuert wird, weitere Forschung überhaupt erst möglich.

Zehn Jahre lang reiste "Rosetta" zu dem kosmischen Brocken "67P/Tschurjumow-Gerassimenko" und setzte dort am 12. November das Mini-Labor "Philae" ab. In Kometen stecken die wahrscheinlich ältesten weitgehend unveränderten Reste aus der Zeit, in der sich das Sonnensystem vor 4,6 Milliarden Jahren bildete. Wissenschaftler hoffen, mit den Daten auch herauszufinden, wie das Leben auf der Erde entstand. "Rosetta" und "Philae" haben insgesamt etwa 20 Instrumente an Bord. Manche Experten verglichen die gewagte Mission mit der Mondlandung 1969. Die weiteren Top-Ten Durchbrüche 2014 im Überblick (bis auf "Rosetta" keine Rangfolge).

ÄLTESTE HÖHLENMALEREIEN DER WELT AUCH AUS INDONESIEN: Ein Forscherteam datierte Zeichnungen aus einer Kalksteinhöhle auf der Insel Sulawesi auf ein Alter von etwa 40 000 Jahren. Sie waren damit vier Mal so alt wie bislang angenommen. Europa galt bisher als Heimat der ältesten symbolischen Kunst.

ALPHABET DES LEBENS ERWEITERT: Forscher arbeiteten der DNA eines Bakteriums zu den üblichen vier Basen-Buchstaben zwei weitere ein. Zuvor war so etwas noch nie bei einem Lebewesen gelungen. Die Forscher schufen damit einen halbsynthetischen Organismus. Forscher könnten nun herausfinden, ob die erweiterte DNA des Bakteriums auch neue Fähigkeiten mit sich bringt, hieß es.

DINOSAURIER-VOGEL-WANDLUNG: Gleich mehrere Forscher verglichen Fossilien mit heute lebenden Vögeln: Sie fanden heraus, dass bestimmte Dinosaurier kleine, leichte Körper entwickelten und sich so zu verschiedenen Vögeln entwickelten - wahrscheinlich, weil sie so leichter Unterschlupf und Futter fanden.

HOFFNUNG AUF DIABETES-THERAPIE: Zwei Forschergruppen haben Methoden entwickelt, um Insulin-produzierende Beta-Zellen nachzubilden. Diabetes Typ 1 beruht auf der Zerstörung der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Patienten müssen deshalb zeitlebens Insulin injizieren, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

JUNGBRUNNEN FÜR MÄUSE: Blut junger Mäuse kann ältere Artgenossen verjüngen. Ein Forscher-Team verabreichte älteren Mäusen das Protein GDF11 aus dem Blut junger Tiere und beobachtete die Regeneration von Muskeln und Gehirn. Ein anderes Team berichtete, dass Blut oder Plasma junger Mäuse das Gedächtnis älterer stärkt. Jetzt läuft ein Versuch, bei dem Alzheimer-Patienten Plasma junger Spender bekommen.

MANIPULIERTES GEDÄCHTNIS: Forscher haben mit einem Laser-Lichtstrahl das Gedächtnis von Mäusen umprogrammiert. Optogenetik nennt sich die Technik, die etwa reale Erinnerungen von Mäusen durch falsche oder schlechte Erinnerungen durch gute zu ersetzen ermöglichte.

NEUROMORPHE CHIPS: Sie ahmen das menschliche Gehirn nach - und das wohl mit Erfolg. Computerexperten, etwa vom Technologiekonzern IBM, haben sogenannte neuromorphe Chips entwickelt, die Informationen ähnlich wie das menschliche Gehirn verarbeiten.

ROBOTER-ZUSAMMENARBEIT: Roboter können ohne menschliche Kontrolle zusammenarbeiten. Das haben verschiedene Forschergruppen in mehreren Projekten gezeigt. In einem bauen programmierte Roboter gemeinsam ohne weitere Anleitung von Menschen einfache Strukturen.

WÜRFEL-SATELLITEN: Die zehn mal zehn Zentimeter messenden Mini-Satelliten werden schon seit rund zehn Jahren in die Atmosphäre geschossen, aber in 2014 sind 75 von ihnen gestartet - Rekord. Die sogenannten CubeSats seien eigentlich für Studenten konzipiert, hätten aber in diesem Jahr wertvolle Forschung betrieben.

Esa zu Rosetta

Science zu Durchbrüchen des Jahres (erst nach Ablauf der Sperrfrist verfügbar)

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