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UN kommen mit Libanontruppe nur schleppend voran

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- New York - Die Verstärkung der UN-Friedenstruppe im Südlibanon gestaltet sich schwieriger als von den Vereinten Nationen erwartet. Nach Frankreichs Rückzieher machten auch auf einer Truppenstellerkonferenz in New York nur wenige Länder relativ verbindliche Versprechen. Dabei appellierte der stellvertretende UN-Generalsekretär Mark Malloch Brown eindringlich an die 49 Teilnehmer, in den kommenden zehn Tagen wenigstens 3500 Soldaten für den Südlibanon aufzubringen.

Malloch Brown und UN-Chef Kofi Annan hatten gehofft, von den Ländern bereits konkrete Zusagen zu bekommen. Paris sollte ursprünglich das «Rückgrat» der multinationalen Einsatztruppe stellen. Doch statt der erwarteten 2000 Soldaten schickt Paris vorerst nur 200 auf den Weg. Die anderen Länder müssen ihre Angebote noch vom Parlament absegnen lassen, erläuterte Malloch Brown der Presse am Donnerstagabend (Ortszeit). Auch der Vorschlag der Bundesregierung, eine «bedeutende maritime Komponente» zu stellen, muss nach Worten des neuen deutschen UN-Botschafters Thomas Matussek vom Bundestag erst noch diskutiert und beschlossen werden.

Matussek beschrieb die Reaktion der Konferenz auf das Berliner Angebot als sehr positiv: «Ich habe ein gewisses angenehmes Erstaunen erlebt, (...) dass wir nicht nur A, sondern auch B gesagt haben. Das wurde mit großer Anerkennung zur Kenntnis genommen.» Ebenso sei von den Delegationen anerkannt worden, dass die UN für den Ausbau der Libanontruppe «in den vergangenen vier Tagen das an Planung geleistet haben, was normalerweise Monate dauert».

Malloch Brown gab sich nach der Konferenz «relativ optimistisch». Aus diplomatischen Kreisen hieß es, dass viele Länder eine feste Zusage scheuen, bevor der Einsatz ihrer Soldaten genau definiert ist. Die UN legten den potenziellen Truppenstellern auf der Konferenz einen ersten Entwurf der operativen Einsatzpläne vor. Weitere Einzelheiten sollen bei einem zweiten Treffen Anfang kommender Woche erörtert werden.

Malloch Brown beschrieb den geplanten Einsatz im Südlibanon als «robust, aber nicht offensiv». Im Prinzip müsse die UN-Truppe (UNIFIL) nur die Einhaltung eines Abkommens überwachen, dem alle Seiten, einschließlich der Hisbollah, zugestimmt hätten. Es könnte aber hier und da «Herausforderungen» geben, wenn kleine Gruppen sich der freiwilligen Entwaffnung widersetzen würden. «Dann würden wir in der Tat mit Gewalt vorgehen», sagte der UN-Vizechef.

Die UN-Truppe soll die libanesische Armee unterstützen, die am Donnerstag erstmals seit 38 Jahren in den Süden eingerückt ist. Gleichzeitig zogen sich israelische Militärs aus dem Südlibanon zurück, der jahrelang von der radikal-islamischen Hisbollah kontrolliert worden war. Künftig sollen bis zu 15 000 libanesische Soldaten zusammen mit den Blauhelmen Angriffe der Hisbollah auf Israel unterbinden.

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