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"Gutmensch" wurde als Unwort des Jahres 2015 ausgezeichnet.

Die guten Menschen sind die Helfer

Kommentar zum Unwort des Jahres: Eine Beleidigung, die keine ist

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München - Die verächtliche Nutzung des Begriffs "Gutmensch" wurde als Unwort des Jahres 2015 ausgezeichnet. Diejenigen, die es betrifft, sollten es aber ernst nehmen. Ein Kommentar:

Schon die Begründung für die Vergabe des "Unwort des Jahres" 2015 liest sich wie eine Ohrfeige für die tausenden Helfer, die in Deutschland im vergangenen Jahr ein unglaubliches Engagement zeigten. "Als 'Gutmenschen' wurden 2015 insbesondere auch diejenigen beschimpft, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren oder die sich gegen Angriffe auf Flüchtlingsheime stellen".

Und weiter: "Toleranz und Hilfsbereitschaft (werden) pauschal als naiv, dumm und weltfremd, als Helfersyndrom oder moralischer Imperialismus diffamiert." Klar ist: Das Ziel der Jury ist es seit Jahren, auf den Missbrauch bestimmter Worte hinweisen, die vollkommen zweckentfremdet werden oder gegen die Menschenwürde und Demokratieprinzipien verstoßen.

Wurden in den vergangenen Jahren durch das "Unwort des Jahres" Begriffe wie "notleidende Banken" (2008), "alternativlos" (2010) oder "Döner-Morde" vor allem Medien und Politiker in die Kritik genommen, hat sich dies in der jüngeren Vergangenheit ein wenig geändert. Und nicht zum Guten hin.

Beginnend mit dem Jahr 2013, als die Jury den Ausdruck "Sozialtourismus" die Nicht-Auszeichnung verlieh, welches Zuwanderern in Deutschland vorwirft, einzig aufgrund von Sozialleistungen in die BRD zu kommen, schaffte es 2014 der Lieblingsschlachtruf von Pegida, AfD und Co. nach ganz Oben. "Lügenpresse" ist der Ausdruck, den Demonstranten von Euro-, Ausländer-, Islam- und anderen -kritischen Parteien und Gruppierungen seit Jahren den öffentlichen wie privaten Medien entgegen werfen.

Diese Entwicklung steht sinnbildlich für eine Spaltung der Gesellschaft: Einerseits in Menschen, die Fremdes ablehnen und fürchten, ihre Heimat zu verlieren. Menschen, die zu immer mehr Eskalation bereit sind, wie die traurigen Demonstrationen und Brandstiftungen in Flüchtlingsheimen in Heidenau und anderen Städten zeigen. Menschen, die ihre Mitbürger, die es ihnen nicht gleichtun, verächtlich nur "Gutmensch" nennen.

Tatsächlich ist der als Beleidigung gebrauchte Begriff aber eine Auszeichnung für all diejenigen, die ohne Vorurteile selbstlos helfen. Die nicht nur Ängste, Misstrauen oder gar Hass schüren. Und die sich denen gegenüber als gute Menschen zeigen, die bei uns Hilfe suchen und deren Umstand als Wort des Jahres 2015 ausgezeichnet wurde: "Flüchtlinge".

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