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Mehmet wurde als "Schreck von Neuperlach" bekannt.

"Der Schrecken von Neuperlach"

Kommt Mehmet zurück nach Deutschland?

München - Wegen seiner unzähligen Straftaten erhielt Mehmet den Spitznamen "Schrecken von Neuperlach". Die Abschiebung des damals 14-Jährigen spaltete Deutschand. Nun will er zurückkommen.

Die Strafe war hart: Ohne seine Eltern wurde der damals 14 Jahre alte Muhlis A., bekannt unter dem Namen Mehmet, 1998 in die Türkei abgeschoben. Der im Münchner Stadtteil Neuperlach lebende Mehmet hatte mehr als 60 Delikte auf dem Kerbholz, unter anderem Diebstähle und brutale Prügeleien. In den Medien erhielt er den Spitznamen "Der Schreck von Neuperlach". Der Plan, Mehmet in die Türkei abzuschieben, löste heftige Debatten aus.

Als er mit 14 Jahren strafmündig wurde, ergriffen die Münchner Behörden die erste Chance, um ihren Plan umzusetzen. Nach einer Straftat wurde der Jugendliche direkt aus der Untersuchungshaft überstürzt in die Türkei verbracht. Nur seine 16-jährige Freundin begleitete ihn.

Die Abschiebung wurde 2002 für rechtswidrig erklärt. Mehmet erhielt eine zweite Chance in Deutschland. 2005 dann der Rückfall. Mehmet soll seine Eltern verprügelt und ihnen mit dem Tod gedroht haben. Um einer Gefängnisstrafe zu entgehen, floh er in die Türkei.

Heute ist das damalige Problemkind 28 Jahre alt - und würde gerne nach Deutschland zurückkehren. Das sagte Mehmet der "Bild-Zeitung" in einem Interview. Er sei in Deutschland geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen. "Alles, was mich ausmacht, habe ich aus Deutschland. Und darum ist Deutschland meine Heimat", sagt Mehmet.

Auch scheint er seine früheren Eskapaden zu bedauern. "Das waren schreckliche Sachen, die wir da angestellt haben, die ich heute zutiefst bereue." In ein für ihn fremdes Land abgeschoben zu werden, sei sehr schwierig gewesen. Auch die Sprache beherrschte der damals 14-Jährige nicht wirklich. Er sei ein "Münchner Kindl", so Mehmet im Bild-Interview. Wenn er an seine Heimat denke, falle ihm zuerst "eine warme Leberkäs-Semmel in der Früh" ein. Die gebe es in der Türkei nicht.

Muhlis will nun nach Deutschland zurück - und hat sich bereits einen Anwalt genommen. Ein Problem dabei ist allerdings die ausstehende Freiheitsstrafe, über die mit der Staatsanwaltschaft verhandelt werden müsste. "Mit etwas Glück kann Mehmet Ende des Jahres wieder zurück nach Deutschland", zitiert die "Bild" den Anwalt Burkhard Benecken. 

Mehmet hat auch schon Pläne für die Zeit nach seiner Rückkehr: Er will mithelfen, kriminelle Jugendliche wieder auf die rechte Bahn zu bringen.

sr

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