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Kongo schickt Soldaten an Grenze zu Ruanda

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- New York/Nairobi - Zwischen Kongo und seinem Nachbarland Ruanda bahnt sich ein neuer bewaffneter Konflikt an. Der kongolesische Präsident Joseph Kabila warf Ruanda Angriffe auf die Souveränität seines Landes vor und kündigte die Entsendung zusätzlicher Truppen in die Grenzregion an. Die ruandische Regierung dementierte, dass Soldaten die Grenze nach Kongo überquert hätten.

Unterdessen bestätigte die UN-Mission in Kongo (MONUC), dass ein Team bei einem Erkundungsflug ein abgebranntes Dorf entdeckt habe. "Wir wissen jedoch nicht, wer gegen wen gekämpft hat", sagte eine MONUC-Sprecherin am Freitag in Goma.

Zuvor hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan Ruanda nachdrücklich vor Militäraktionen im Nachbarland Kongo gewarnt. Er sei "sehr besorgt" über Hinweise, dass Ruanda Militäraktivitäten auf kongolesischem Gebiet plane. Der UN-Sicherheitsrat beriet hinter verschlossenen Türen über die zunehmenden Spannungen im Grenzgebiet.

"Halten wir uns bereit, um auf diese neue Aggression zu reagieren", sagte Kabila im staatlichen Fernsehen. Bis zu 10 000 kongolesische Soldaten sollen in die Grenzregion verlegt werden. Er warf Ruanda vor, auf die Rohstoffe im Osten Kongos aus zu sein. Ruanda habe "ausbeuterische Absichten".

Unterdessen berichteten Hilfsorganisationen von mehreren Tausend Menschen, die vor Kämpfen auf der Flucht seien. "Wir rechnen mit weiteren Flüchtlingen in den nächsten Tagen", sagte ein Sprecher des UN-Büros für humanitäre Hilfe (OCHA) in Goma. Er könne jedoch nicht sagen, wer an den Kämpfen beteiligt sei.

Der ruandische Präsident Paul Kagame hatte vergangene Woche in einem Schreiben an die Afrikanische Union (AU) angekündigt, militärisch gegen Hutu-Milizen im Osten Kongos vorgehen zu wollen. Er nannte jedoch keinen Termin für die Aktion.

Ruanda wirft der Regierung Kongos und der UN-Mission vor, mit der geplanten Entwaffnung der Milizen nicht voranzukommen. Im Osten Kongos sind etwa 8000 Hutu-Kämpfer aktiv. Ein Teil von ihnen gehört zu den Milizen, die 1994 in Ruanda den Völkermord an Tutsis und gemäßigten Hutus verübt haben.

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