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Drei Verletzte und ein Millionenschaden an drei mittelalterlichen Häusern - das ist die Bilanz eines Brandes am Donnerstag in der Konstanzer Altstadt.

Konstanzer Altstadt entgeht Feuerkatastrophe

Konstanz - Die Konstanzer Altstadt hätte einen Tag vor Weihnachten in Flammen aufgehen können. Doch ein Großaufgebot von Einsatzkräften war umgehend zur Stelle - und verhinderte eine Feuerkatastrophe.

Die Feuerwehr in Konstanz hat in einer dramatischen Aktion die historische Altstadt vor einer Brandkatastrophe bewahrt. Mit einem Großaufgebot gelang es ihr, einen Tag vor Weihnachten das Feuer im dicht bebauten Zentrum unweit des Rathauses einzudämmen. Die Bilanz des Einsatzes: drei Verletzte, ein Millionenschaden an drei mittelalterlichen Häusern, 20 Menschen haben ihr Dach überm Kopf verloren.

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Als Brandursache kommt nach ersten Ermittlungen der Polizei ein Adventskranz am Deckenbalken im Treppenhaus eines der Gebäude infrage. Ein endgültiges Ergebnis liegt erst vor, wenn die Sachverständigen den Brandherd untersuchen können. Die Feuerwehr rechnete damit, ihren Einsatz nicht vor Heiligabend beenden zu können. Rund 250 Helfer von Feuerwehr, Polizei und Rettungsorganisationen waren im Einsatz. Ein Wohn- und Geschäftsgebäude mit einem Schuhladen im Erdgeschoss wurde komplett ein Raub der Flammen und stürzte am Nachmittag vollständig ein, wie die Feuerwehr mitteilte. “Übrig ist nur noch ein Trümmerhaufen“, sagte ein Sprecher.

Im Nachbarhaus fiel der Giebel herunter. Durch umherfliegende Teile wurde nach Polizeiangaben ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Auch ein hinterer Gebäudeteil fiel in sich zusammen. Die Stadt schätzt allein den Gebäudeschaden auf fünf Millionen Euro. Oberbürgermeister Horst Frank (Grüne) sprach von einem großen Verlust für die Altstadt: “Wir hätten uns ein schöneres Weihnachten gewünscht.“

Einige Menschen in den historischen Wohn- und Geschäftshäusern wurden kurz nach 8.00 Uhr im Schlaf von den Flammen überrascht. Eine 73-jährige Frau und ein 84-jähriger Bewohner kamen mit Verbrennungen ins Krankenhaus. Lebensgefahr bestand nach Polizeiangaben nicht. Die übrigen konnten sich unbeschadet in Sicherheit bringen. Sie rannten teils im Schlafanzug auf die Straße. Insgesamt verloren nach Franks Angaben etwa 20 Menschen ihr Dach über dem Kopf. Sie wurden von Freunden und Verwandten aufgenommen oder kamen in städtischen Wohnungen provisorisch unter.

“Wertvolle mittelalterliche Bausubstanz ist verloren“, sagte der Chef des Konstanzer Hochbauamts, Johannes Kumm, der Nachrichtenagentur dpa. Die betroffenen viergeschossigen Gebäude stammen aus dem 15. Jahrhundert.

Der Alarm platzte mitten in den vorweihnachtlichen Trubel. Konstanz ist ein beliebtes Einkaufsziel der Bodenseeregion, vor allem bei der Schweizer Nachbarschaft. Ein beträchtlicher Teil der Fußgängerzone wurde gesperrt. An den rot-weißen Absperrbändern bildeten sich Trauben von Menschen, die fassungslos in die gewaltige Qualmwolke starrten. Bestürzte Geschäftsleute standen an den Eingangstüren ihrer leeren Läden in der Gefahrenzone. Für sie fiel einer der umsatzstärksten Verkaufstage des Jahres aus.

Oberbürgermeister Frank zeigte sich erleichtert, dass Konstanz vor einer größeren Katastrophe verschont blieb: Die Einsatzkräfte seien auf einen solchen Brand in den engen Straßen und Gassen sehr gut vorbereitet gewesen: “Wir haben bei der Feuerwehr einen sehr hohen Standard. Solche Fälle werden laufend geprobt und die Einsatzpläne immer wieder überprüft.“ Auch die Zusammenarbeit aller Hilfskräfte auch der Polizei, der Sanitäter und des Technischen Hilfswerks (THW) laufe reibungslos. “Die technische Ausrüstung, aber auch der Ausbildungsstand der Mannschaften ist so, dass sie gerade in einer so sensiblen Situation in unserer Altstadt sofort zur Stelle sind.“

Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) dankte den Feuerwehren: Sie hätten mit ihrem professionellen Einsatz verhindert, dass sich die Flammen ausbreiten konnten. Sein Dank galt auch den Feuerwehrleuten von Kreuzlingen. Die direkt angrenzende Schweizer Schwesterstadt hatte wie immer in Katastrophenfällen geholfen und 40 Einsatzkräfte geschickt. Weitere kamen aus den umliegenden deutschen Gemeinden Reichenau und Allensbach, bis am Mittag Feuerwehrleute aus dem ganzen Landkreis angefordert wurden, um die Konstanzer Kollegen zu unterstützen und nach und nach abzulösen.

dpa

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