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Coronavirus - Berlin

„Es geht um Leben und Tod“

Kontaktverbot wegen Corona: Was jetzt in Deutschland erlaubt ist - und wie lange es noch andauert

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Bund und Länder beschließen für Deutschland wegen der Corona-Pandemie ein sogenanntes Kontaktverbot. Was die Bürger zur Eindämmung des Coronavirus noch dürfen - und was nicht mehr.

  • Bund und Länder verkünden in Deutschland wegen des Coronavirus* ein Kontaktverbot für mehr als zwei Personen.
  • Bayern und Sachsen verkünden noch schärfere Maßnahmen - Verlassen der Wohnung nur aus triftigem Grund.
  • Kontaktverbot und Ausgangssperre: Was noch erlaubt ist - und was nicht.

Seit Sonntag, 22. März gilt ein zweiwöchiges, bundesweites Kontaktverbot. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte dieses selbst verkündet. In Bayern gelten neben dem Kontaktverbot noch zusätzliche Ausgangsbeschränkungen. 

Doch noch gibt es keine offiziellen Angaben dazu, wann die Sperren wieder aufgehoben - oder ob sie verlängert werden. 

Je länger die Maßnahmen anhalten, desto lauter wird die Kritik. Am Freitag, 27. März, wird ein Bericht des Bundesinnenministeriums bekannt, nachdem eine sogenannte Hammer-und-Tanz-Strategie, nach dem Vorbild Südkoreas, auf eine baldige Lockerung der Sperren hoffen lassen könnte. Die Regierung hat sich dazu aber noch nicht geäußert. 

Coronavirus und das Kontaktverbot: Wie Deutschland und Bayern betroffen sind

München/Berlin - „Die Maßnahmen haben eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag, den 22. März, zum Kontaktverbot - und gab damit die Richtung in der Corona-Eindämmung vor: Von Woche zu Woche muss künftig neu bewertet werden und die Schutzmaßnahmen gegen das heimtückische Coronavirus* entsprechend flexibel angepasst werden. Auch rechtlich. Daran ließ die Regierungschefin in ihrer nächsten Rede zur Nation in der Corona-Krise keinen Zweifel. 

„Das Ziel ist immer, Kontakte herunterzufahren und das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Die Mehrheit der Bürger hat erkannt, dass es um Leben und um Tod geht“, erklärte derweil NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) - eine eindringliche Warnung, die verhindern soll, dass es zu Zuständen wie etwa in Italien kommt.

Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident Baden-Württembergs sagte: „Das öffentliche Leben wird weitgehend heruntergefahren.“ Doch was ist laut Kontaktverbot in Deutschland noch erlaubt - und was nicht? Ein Überblick:

Kontaktverbot wegen Corona: Was ist jetzt in Deutschland nicht mehr erlaubt?

  • Treffen von mehr als zwei Personen außerhalb der Familie - im Beschlusspapier der Kanzlerin und der Ministerpräsidenten der Länder heißt es dazu: „Der Aufenthalt ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.“
Bilder wie diese wird es vorerst nicht mehr geben: In München laufen viele Passanten und Jogger die Isar entlang - dicht an dicht gedrängt
  • Friseure, Kosmetik-Studios, Massage-Praxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, laut Laschet und Merkel „Maßnahmen, wo Menschen eng aufeinandertreffen“ und „engen Kontakt haben“.
  • Gaststätten, Restaurants und Kneipen werden geschlossen - Ausnahmen sind Drive-ins von Fast-Food-Ketten oder Wirtshäuser und Imbissbuden, die Essen zum Mitnehmen sowie einen Lieferservice anbieten.
  • Egal wo, muss ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern, besser zwei Metern zwischen zwei Personen eingehalten werden - „ob im Supermarkt, beim Spazierengehen oder in der Straßenbahn“, wie Laschet erklärte.
  • „Gruppen feiernder Menschen sind inakzeptabel“, erklärten die Politiker unisono. Jegliche Feierlichkeiten sind untersagt, das gilt auch für Geburtstage.

Kontaktverbot wegen Corona: Was ist jetzt noch erlaubt in Deutschland?

  • Erlaubt ist es, zum Arbeitsplatz zu gehen, „insofern kein Home Office möglich ist“.
  • Weiter sind erlaubt: Wege zur Notbetreuung, zum Einkaufen, Arztbesuche, generell Hilfe für andere.
  • Physiotherapie, soweit diese „medizinisch dringend erforderlich“ ist.
  • Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen.
  • Individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft.
  • „Notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich“, heißt es in dem Beschlusspapier weiter - zum Beispiel in Bayern sollen aber Umzüge von einer in die andere Wohnung - wenn nicht anders möglich - unbedingt verschoben werden.
  • Die Teilnahme an Beerdigungen (aber mit dem nötigen körperlichen Abstand zu anderen).
  • Das Fahren im öffentlichen Nahverkehr.
  • In den eigenen vier Wänden mit der Familie zusammen zu sein - aber selbst dann solle der Mindestabstand zu den Familienmitgliedern gewahrt werden.

Kontaktverbot wegen Corona: Striktere Maßnahmen in Bayern, Sachsen und im Saarland

  • In Bayern, Sachsen und dem Saarland gelten zusätzlich zum Kontaktverbot strikte Ausgangsbeschränkungen - heißt: Das Verlassen des Hauses ist nur noch mit triftigen Gründen erlaubt.
  • Als triftige Gründe werden Arztbesuche, Einkäufe und Wege zur Arbeit genannt, sofern der Job von daheim nicht ausgeübt werden kann.
  • Wer bei Kontrollen durch die Ordnungsbehörden auf der Straße angetroffen wird, muss die Gründe benennen, warum er sich außer Haus aufhält, teilte zum Beispiel die Landesregierung in Sachsen mit. In Bayern, zum Beispiel in der Landeshauptstadt München, sind Feuerwehr-Autos und Polizei-Fahrzeuge unterwegs, die die Bewohner auffordern, daheim zu bleiben.
  • Zugleich dürfen etwa in Bayern - anders als in dem von Angela Merkel verkündeten Kontaktverbot - generell keine zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten zusammen in der Öffentlichkeit unterwegs sein.

pm

Eine Übersicht über die Geschäfte und damit Branchen, die trotz der Ausgehverbote und Kontaktverbote geöffnet haben, finden Sie unter diesem Link.

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