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Baum stürzt auf Touristen-Bungalow: Sechs Tote nach Unwetter auf Mittelmeer-Insel 

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Boote, die vom Unwetter an den Strand von Sagone in Coggia auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika geschwemmt wurden (Bild vom 18. August). ©  PASCAL POCHARD-CASABIANCA / AFP

Auf der Urlaubsinsel Korsika kam es am Donnerstag zu einem schweren Unwetter mit mindestens sechs Toten und mehr als ein Dutzend Verletzten. In anderen Regionen Frankreichs kam es zu Überschwemmungen.

Ajaccio – Auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika kamen am Donnerstag nach einem Unwetter mindestens sieben Menschen ums Leben, ein Dutzend weitere wurden verletzt. Außergewöhnlich starke Windböen von bis zu 224 Stundenkilometern brachten Bäume zum Umstürzen, die Menschen unter sich begruben. Das jüngste Todesopfer war erst 13 Jahre alt.

Unwetter auf Korsika: Mindestens sechs Menschen sterben

Der französische Wetterdienst Météo-France hatte für Donnerstag für die Insel Korsika die zweithöchste Warnstufe orange ausgerufen. Demnach herrschten „schwere Gewitter an der Westküste mit sehr starken Böen“. In Marignana unweit des Campingplatzes Le Sagone wurde demnach eine „außergewöhnliche Windböe von 224 Stundenkilometern“ gemessen. Dort kam auch das 13-jährige Mädchen zu Tode. Es starb, als ein Baum auf ihren Bungalow auf dem Campingplatz im Westen der Insel stürzte.

Auch eine 72-Jährige kam ums Leben. Sie starb an der Küste der westlichen Gemeinde Coggia, als das fortgewehte Dach einer Hütte auf ihr Fahrzeug stürzte. Auch ein Fischer und eine Kayak-Fahrerin starben. Bei einem weiteren Todesopfer des Unwetters handelte es sich um einen 46-jährigen französischen Touristen, auf dessen Bungalow in Calvi ein Baum stürzte. Im selben Pinienwald, der sich ebenfalls im Westen der Insel befindet, fiel ein Baum auf eine 23-jährige Italienerin und verletzte sie lebensgefährlich. Zuvor hatte die Präfektur des Départements Corse-du-Sud bereits von zwölf Verletzten gesprochen. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sprach von einem weiteren Toten.

70 Einsätze der Rettungskräfte und alle 45.000 Menschen auf Korsika ohne Strom

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Rettungskräfte der französischen Sécurité Civile betreten den Campingplatz Sagone in Coggia, wo am 18. August 2022 auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika ein Baum umstürzte und zwei Menschen tötete. ©  PASCAL POCHARD-CASABIANCA / AFP

Zahlreiche Rettungskräfte und Feuerwehren waren am Donnerstagmorgen auf Korsika im Einsatz und mussten teils auch Ausflügler retten, die auf dem Meer unterwegs waren. In vielen Fällen kamen die Einsatzkräfte Menschen zu Hilfe, deren Boote gekentert oder in Seenot geraten waren. Zudem blockierten herabgestürzte Äste Straßen. Der Küstenschutz teilte mit, derzeit liefen „zwischen 60 und 70 Einsätze“ auf dem Meer und an den Küsten. Es gebe mehrere Verletzte. Wegen der schwierigen Wetterverhältnisse konnte der Küstenschutz zunächst keine Hubschrauber für die Rettungsaktionen einsetzen.

Innenminister Gérald Darmanin kündigte am Donnerstag an, am Nachmittag nach Korsika reisen zu wollen. Den Betroffenen sicherte er seine Hilfe zu, es würden „erhebliche Ressourcen bereitgestellt“, schrieb der Minister auf Twitter. Die gesamte Mittelmeerinsel war zeitweise ohne Strom, betroffen waren laut dem Anbieter EDF Corse alle rund 45.000 Kunden auf Korsika.

Auch andere Regionen Frankreichs sind betroffen: Überschwemmungen in Marseille und Cassis

Auch in anderen Teilen Frankreichs gab es heftige Unwetter. Das Land hatte wochenlang unter Hitzewellen gelitten, nun fiel in manchen Regionen innerhalb weniger Stunden mehr Niederschlag als in den Monaten zuvor insgesamt. Laut Benoît Payan, dem Bürgermeister von Marseille, ist in vierundzwanzig Stunden mehr Regen gefallen als seit Anfang des Jahres“, wie er auf Twitter mitteilte. Auf Videos war zu sehen, wie etwa Straßen in Marseille und dem nahe gelegenen Cassis am späten Mittwochabend unter Wasser standen.

Im Norden von Saint-Etienne im französischen Départment Loire war nicht nur Regen, sondern auch Hagel gefallen. Es war zu Einschränkungen im Auto- und Zugverkehr gekommen, wie die französische Zeitung Le Monde berichtete. Wissenschaftlern zufolge führt der Klimawandel rund um den Globus zu häufigeren und intensiveren Extremwetterereignissen (AFP/dpa/bme).

Hinweis: In diesem Artikel wurde die Zahl der Todesopfer nach Bekanntwerden von fünf auf sechs korrigiert.

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