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Zwei Teilnehmer des Christopher Street Days

Christopher Street Day: Kostüme in Pink und Leder

Hamburg - Knappe Kostüme in schrillen Farben, laute Musik und viel gute Laune - rund 100 000 Menschen haben am Samstag in Hamburg den Christopher Street Day gefeiert.

Knappe Glitzerkleider, hautenge Lederhosen und bunte Perücken: In schrillen Verkleidungen sind am Samstag 10 000 Menschen bei einer Parade zum Christopher Street Day (CSD) durch Hamburgs Straßen gezogen. Von Regenschauern ließen sie sich die Laune nicht verderben. “Kein Problem für mich, ich trage wasserfestes Make-Up“, sagte ein Travestie-Künstler im roten Mini-Kleid. 22 Trucks, mehrere Autos und Fußgruppen schlängelten sich durch die Innenstadt der Hansestadt. Unter ihnen: Hamburgs Travestie-Ikone Olivia Jones in einem Kostüm mit zig Federn in grün, pink und orange.

Ob Kondome, Bonbons oder Feuerzeuge - alles flog in hohem Bogen durch die Luft in Richtung der etwa 90 000 Schaulustigen, die das ungewöhnliche Spektakel verfolgten. Laute Disco-Musik schallte von jedem Wagen, viele Zuschauer am Straßenrand tanzten dazu. “Die Parade anzugucken, macht mir Spaß“, sagte der 18-jährige Kai. “Das ist mal was anderes.“ Vor ihm stand eine Familie mit zwei Kleinkindern. Die Augen waren groß, als der Umzug an ihnen vorbeizog. “Für die Kinder ist es wie Karneval“, erklärte die Mutter.

Überall glitzerte und funkelte es beim 31. Hamburger CSD. Trend-Farbe Nummer eins war ganz klar Pink. Getragen wurde, was gefällt: Flügel, Lack oder hochhackige Schuhe - wichtig war aufzufallen. Ein junger Mann stand in einem weißen Schwanenkostüm vor einem Truck und trank Sekt, ein anderer erinnerte eher an einen Vampir.

“Schwuler Papa“, “stolze Tochter“ stand auf den T-Shirts zweier Teilnehmer. Sie demonstrierten damit Toleranz - ganz im Sinne des diesjährigen Mottos: “Trau Dich! Zeig Dich! Out ist in“. Denn hinter all dem Glanz und Glamour steckte auch eine ernste Botschaft. “Die Besucher sollen dazu motiviert werden, sich zu ihrer sexuellen Identität zu bekennen“, sagte Lars Peter vom Verein Hamburg Pride, der den CSD jährlich organisiert. “Viele haben Angst davor, sich in der Öffentlichkeit zu outen.“

Der 44 Jahre alte Geschäftsmann Frank Burghardt aus Hamburg kann davon ein Lied singen. Erst im Alter von 27 habe er sich geoutet, erzählte er. Die Angst vor negativen Reaktionen, besonders am Arbeitsplatz, sei zu groß gewesen. “Es ist wichtig, dass jedes Jahr tausende Menschen beim CSD auf die Straße gehen und für ihre Rechte kämpfen.“ Viel habe sich getan in den vergangenen Jahrzehnten. “So schwer wie früher haben es Homosexuelle heute sicher nicht mehr.“

In der Mönckebergstraße stoppte der bunte Zug für eine Kundgebung. Gefordert wurden dieselben Rechte für gleichgeschlechtliche Partnerschaften wie für heterosexuelle Ehen. Die schrille Parade von Homo-, Bi- und Transsexuellen geht zurück auf eine Auseinandersetzung zwischen Homosexuellen und der Polizei in der New Yorker Christopher Street im Juni 1969.

dpa

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