Krankenpfleger töten mindestens 50 Patienten

Uruguay - Zwei Krankenpfleger sollen in Uruguay insgesamt mindestens 50 Patienten getötet haben. Die Polizei vermutet sogar 200 Opfer. Auch den angeblichen Motiven trauen die Ermittler nicht.

Nach dem Tod von mehr als einem Dutzend Patienten in zwei Krankenhäusern in Uruguay sind zwei Pfleger wegen Mordes angeklagt worden.

Nach einer Anhörung am Sonntag sagte Richter Rolando Vomero, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die beiden Pfleger zusammengearbeitet hätten. Einer der Männer habe eingeräumt in fünf Todesfälle verwickelt gewesen zu sein, der zweite in elf. Die Ermittlungen gingen aber weiter, die Zahl der Opfer sei noch nicht endgültig, sagte Vomero.

Zuvor hatte die Zeitung „El País“ berichtet, dass die Ermittler mit rund 50 durch die Pfleger verursachten Todesfällen rechneten, aus Polizeikreisen war sogar verlautet, dass die Zahl der Toten bis zu 200 betragen könnte.

Ermittler vermuten starken Pflegebedarf als Motiv

Die meisten der mutmaßlichen Opfer seien nicht unheilbar krank gewesen, erklärte Vomero. Ihnen sei eine Überdosis Morphium verabreicht worden, durch die sie binnen Minuten gestorben seien.

Die Anwältin eines der Pfleger, Inés Massioti, erklärte, ihr Mandant habe aus Mitleid gehandelt. „Nach 20 Jahren auf der Intensivstation, mit Stress und Kontakt mit dem Tod, hielt er es einfach nicht mehr aus“, sagte sie.

Die Ermittler glauben aber, dass der starke Pflegebedarf der Patienten das Motiv der 39 und 46 Jahre alten Pfleger gewesen sein dürfte. Neben den Pflegern wurde auch eine Krankenschwester wegen Verschleierung eines Verbrechens angeklagt.

dapd/dpa

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