Frau braucht Stammzellenspende

Krebs in der Schwangerschaft: „Werde bis zum letzten Tag für meine Familie kämpfen“

Nach dem Familienurlaub ereilt eine junge Mutter die Schreckensnachricht: Krebs. In einem emotionalen Aufruf sucht sie jetzt nach einem Lebensretter.

  • Mit einem emotionalen Aufruf sucht eine junge Frau eine Stammzellenspende.
  • Die 24-jährige hat Krebs.
  • Das Problem: Die Chemotherapie ist eine Gefahr für ihr Ungeborenes.

Freudenstadt/Kassel: Die 24-jährige Nicole ist schwanger, als eine Diagnose einen tiefen Einschnitt in ihr Leben und das ihrer Familie reißt. Bei einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt kommt heraus: Die junge Frau hat Leukämie - und zwar eine äußerst aggressive Art. Das beschreibt sie in einem emotionalen Aufruf „Lebensretter für Nicole" bei der Knochenmarkspenderdatei (DKMS).

Krebs in der Schwangerschaft: Kurz zuvor verbrachte die Familie einen Urlaub in Griechenland

Erst kurz davor war sie mit ihrem Ehemann und der zweijährigen Tochter gemeinsam im Griechenland-Urlaub. „Wir waren im Urlaub auf Kos. Da war noch alles in Ordnung", wird der 28-jährige Frank auf bild.de zitiert. Zwar sei sie öfters erschöpft gewesen - das habe das Ehepaar aber auf die Schwangerschaft geschoben.

Doch bei einem eigentlichen Routinetermin bei ihrem Frauenarzt erhält Nicole die Diagnose Krebs. Die junge Frau benötigt dringend eine Stammzellenspende. „Ich werde bis zum letzten Tag für meine Familie kämpfen aber dazu benötige ich Eure Hilfe. Ohne Spender müssen meine Kinder ohne Mutter aufwachsen“, heißt es in ihrem Aufruf.

Krebs-Diagnose: Junge Frau bittet um Lebensretter - sie ist schwanger

Sie bittet darum, sich als Stammzellenspender registrieren zu lassen - und zwar nicht nur für sich selbst. „Und wenn Ihr mir nicht helfen könnt, dann könnt Ihr anderen Menschen eine zweite Chance schenken“, ist in der emotionalen Nachricht zu lesen.

Der Krebsinformationsdienst schreibt auf seiner Website folgendes über die Krebs-Art:

Krebs-ArtAkute Myeloische Leukämie (AML)
SymptomePlötzlich auftretende schwere Symptome wie Abgeschlagenheit, Infektionen und Neigungen zu Blutungen
BehandlungKeine Standard-Behandlung: Intensive Chemotherapie, Blutstammzelltransplantation ist bei manchen Patienten geeignet
WichtigRasche Behandlung, da sich AML innerhalb weniger Wochen im Körper ausbreitet

Krebs in der Schwangerschaft: Statt einer Patientin hat man plötzlich zwei

Die Gefahr bei Krebs in der Schwangerschaft ist das Risiko, durch die Behandlung das ungeborene Kind zu schädigen. Die Fachzeitschrift aerzteblatt.de spricht hierbei von einem therapeutischen Dilemma - das jedoch sehr selten vorkommt. Die Inzidenz - also die Häufigkeit von Neu-Erkrankungen - liege bei 1:1000.

Der Krebsinformationsdienst beschäftigt sich mit der Frage, wie mit der besonderen Herausforderung einer Krebs-Behandlung während einer Schwangerschaft umzugehen sei. Besonders drei Aspekte sind nach Angaben von krebsinformationsdienst.de besonders brisant:

  • Ist eine Fortsetzung der Schwangerschaft möglich?
  • Wie riskant ist es für die Mutter die Behandlung aufzuschieben und geht das überhaupt?
  • Bei sofortigem Beginn der Therapie: Wird das Kind geschädigt?

Junge Schwangere erhält Diagnose Krebs: Auch Mutter litt an der Krankheit

Auf der Website der Knochenmarkspenderdatei schreibt die junge Frau über einen weiteren Schicksalsschlag in ihrem Leben. Denn auch ihre Mutter war an Krebs erkrankt. Vor drei Jahren habe diese mit 49 Jahren den Kampf gegen die Krankheit verloren. „Ohne Zeit zu trauern, musste ich sofort Verantwortung in der Familie übernehmen und sämtliche Aufgaben meiner Mutter übernehmen“, heißt es weiter.

Doch die Geburt ihres ersten Kindes vor zwei Jahren habe ihr „den Sinn des Lebens zurückgegeben.“ Die 24-Jährige ist aktuell mit ihrem zweiten Kind schwanger. Ein Junge, wie sie in ihrem Aufruf verrät. Auf dem Foto, das dem Aufruf „Lebensretter für Nicole" angefügt ist, sieht man eine junge Frau mit langen blonden Haaren, die an einem Strand kniet, während ein kleines Mädchen den Babybauch küsst. (aka)

Eine junge Frau bekommt Blutungen und denkt sich zunächst nichts Schlimmes. Eine Untersuchung offenbart dann den schrecklichen Grund der Beschwerden: Krebs. In Arnsberg, NRW starb eine junge Mutter direkt nach der Geburt. Schuld waren allerdings keine gesundheitlichen Schäden sondern ein verheerender Fehler des Krankenhauspersonals.

Rubriklistenbild: © Maurizio Gambarini/dpa

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