Gesundheit

Erhöht häufiges Haare färben das Krebs-Risiko? Eine neue Studie überrascht

  • Jan-Frederik Wendt
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Das Krebs-Risiko soll durch häufiges Haarfärben steigen. Davor warnten zahlreiche Studien - und auch die WHO. Forscher überraschen mit neuen Ergebnissen.

  • Haarfarbe soll das Krebs-Risiko erhöhen.
  • Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor der Gefahr.
  • Forscher haben nun überraschende Erkenntnisse gesammelt.

Kassel - Ob für eine Geburtstagsfeier, ein Bewerbungsgespräch oder das nächste Date: Frauen und Männer sitzen teilweise über mehrere Stunden in einem Friseurstuhl, um sich die Haare stylen zu lassen. Denn die Frisur soll richtig sitzen.

Friseure greifen für den schönsten Haar-Style gerne in die Trickkiste. Neben dem modernsten Schnitt peppen die Haar-Experten die Frisuren ihrer Kunden auch gerne mit verschiedenen Farben auf. Vom schlichten Blond bis zum kunterbuntem Mix: Friseure nutzen für die Gestaltung der Haare das gesamte Farbspektrum.

Böser Verdacht: Häufiges Haarfärben soll das Krebs-Risiko erhöhen

Doch die Färbemittel stehen seit Jahren unter einem bösen Verdacht: Haare färben soll Krebs erzeugen. Immer wieder warnten wissenschaftliche Studie in der Vergangenheit vor einem erhöhten Krebs-Risiko. Der Grund: Haarfärbemittel enthalten starke Chemikalien. Diese sollen krebserregend wirken. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor einer erhöhten Gefahr durch gefärbte Haare. Die WHO vermutete in den dauerhaften Colorationen „mögliche Krebserreger“.

Nun haben Wissenschaftler eine neue Studie veröffentlicht - und das Ergebnis überrascht. Bei dieser Studie über den Zusammenhang von gefärbten Haare und Krebs handelt es sich um die größte ihrer Art. Die Forscher haben Daten von 117.200 Frauen ausgewertet. Die Daten umfassen eine Zeitspanne von 36 Jahren.

Die Wissenschaftler haben die Studienergebnisse zuletzt im renommierten „British Medical Journal" veröffentlicht. Das überraschende Ergebnis: Häufiges Haare färben beeinflusst die Entstehung von Krebstumoren nicht - mit wenigen Ausnahmen.

Krebs-Studie: Wissenschaftler sammelten 36 Jahre Daten

Die Wissenschaftler hatten für ihre Krebs-Studie über drei Jahrzehnte die Daten von amerikanischen Krankenpflegerinnen gesammelt. Zum Forscherteam gehörte auch Eva Schernhammer. Sie erläutert: „Die vorliegende prospektive Kohortenstudie bietet eine gewisse Beruhigung gegenüber Bedenken, dass der persönliche Gebrauch von permanenten Haarfärbemitteln mit einem erhöhten Krebs-Risiko oder einer erhöhten Mortalität verbunden sein könnte.“

Allerdings können die Forscher Haarfärbemittel in Bezug auf ein erhöhtes Krebs-Risiko nicht komplett freisprechen. „Trotzdem fanden wir auch einen positiven Zusammenhang für das Risiko einiger Krebsarten“, warnt Schernhammer. Es bestehe ein Zusammenhang zwischen der persönlichen Verwendung von permanent und besonders aggressiven Haarfärbemitteln und einem erhöhten Risiko für Basalzellkarzinome, Morbus Hodgkin, hormonrezeptor-negativen Brustkrebs und Eierstockkrebs.

Das Krebs-Risiko könnte mit der Haarfarbe im Zusammenhang stehen

Zudem deckt die Krebs-Studie möglicherweise einen erstaunlichen Zusammenhang auf: Das Krebs-Risiko beim Färben könnte mit der natürlichen Haarfarbe zusammenhängen. Frauen mit dunklen Haarfarben waren einem höheren Risiko für Hodgkin-Lymphome ausgesetzt.

Mediziner bezeichnen mit Morbus Hodgkin eine bösartige Erkrankung des lymphatischen Systems. Das lymphatische System ist die Gesamtheit aller Lymphbahnen inklusive der lymphatischen Organe. Zu ihnen gehören: Lymphknoten, Milz, das lymphatische Gewebe im Magen-Darm-Trakt und im Rachen.

Haarfärben: Wissenschaftler weisen auf Einschränkungen der Krebs-Studie hin

Frauen mit hellem Haar haben laut der Studie eine erhöhte Krebs-Gefahr für Basalzellkarzinome. Dabei handelt es sich um die häufigste Art von Hautkrebs.

Zuletzt weisen die Forscher darauf hin, dass die gesammelten Daten ausschließlich von US-amerikanischen Frauen mit heller Hautfarbe stammen. Die Erkenntnisse seien möglicherweise nicht übertragbar auf andere Populationen. (Jan-Frederik Wendt)

Rubriklistenbild: © Yakobchuk Olena/panthermedia

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