Blutiges Ritual: Kreuzigungen auf den Philippinen

Manila - Auf den Philippinen haben die Vorbereitungen für das blutige Spektakel ritueller Kreuzigungen begonnen. Mehr als ein Dutzend Gläubige wollten sich vor tausenden Schaulustigen in Erinnerung an das Leiden Jesu an Kreuze nageln lassen.

In Erinnerung an das Leiden Jesu haben sich auf den Philippinen am Karfreitag wieder mehrere Gläubige ans Kreuz nageln lassen. Vor den Augen tausender Touristen unterzogen sich in drei Dörfern insgesamt mindestens 24 Menschen dem schmerzhaften Ritual. Die katholische Kirche kritisiert die Nachstellung des Martyriums Jesu.

Bilder des blutigen Rituals

Blutiges Ritual: Philippiner lassen sich ans Kreuz nageln

Der 50-jährige Ruben Enaje schrie vor Schmerzen, als ihm und zwei weiteren Arbeitern im Dorf San Pedro Cutud in der Provinz Pampanga Nägel aus rostfreiem Stahl durch die Handflächen getrieben wurden. Nach Aufrichtung der hölzernen Kreuze verharrten die Männer einige Minuten stark blutend in der sengenden Hitze. Nacheinander ließen sich allein in San Pedro Cutud vor rund 30.000 Zuschauern insgesamt 15 Gläubige auf einem staubigen Hügel ans Kreuz nageln.

Weitere Nachahmungen des Leiden Jesu wurden in den nahegelegenen Orten San Juan und Santa Lucia vollzogen. Bereits vor den Kreuzigungen hatten zahlreiche Menschen sich bei Prozessionen selbst gegeißelt, indem sie sich mit scharfen Bambusstöcken auf die nackten Rücken schlugen. Einige ließen sich zudem mit Glasscherben die Haut aufkratzen, um mehr Blut fließen zu lassen.

Durch Kreuzigung “Gott sehr nahe“

Enaje, der sich eigenen Angaben zufolge schon zum 25. Mal dem schmerzhaften Ritual unterzog, sagte, er wolle damit Gott danken, weil er als Maler einst einen Sturz aus dem dritten Stockwerk eines Hauses überlebt habe. “Wenn ich dort oben am Kreuz bin, fühle ich mich Gott sehr nahe“, sagte Enaje.

Neben den vielen Schaulustigen waren auch Mitarbeiter des Roten Kreuzes während der Kreuzigungen vor Ort. Seit vielen Jahren fordern sie die Gläubigen auf, andere Formen der Buße zu wählen. Mediziner warnen vor allem vor gesundheitlichen Gefahren durch Infektionen, Hitzschlägen und Blutverlust.

ap

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