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Kriminologe Pfeiffer: So werden Jugendliche zu Gewalttätern

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Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in Hannover © dpa

Hamburg - Die tödliche Messerattacke eines 16-Jährigen auf einen 19-Jährigen in Hamburg schockt Deutschland. Der Kriminologe Christian Pfeiffer erklärt, warum Jugendliche zu Intensivtätern und Gewaltverbrechern werden.

Pfeiffer sieht einen Grund für Jugendgewalt in mangelndem Selbstbewusstsein, das mit “überbetontem Macho-Gebaren“ kompensiert werde.

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“Es gibt 16-Jährige, die ihre Identität als Macho ständig beweisen müssen“, sagte der Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in Hannover am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Sie träten dafür besonders brutal und kaltherzig auf. “Die Täter brauchen Zuschauer.“ Wenn es keine Gegner gäbe, würden Konflikte provoziert - “und dann am liebsten mit der Waffe in der Hand“.

Die Ursache für Gewaltakte Jugendlicher sei vor allem im sozialen Hintergrund zu suchen, sagte Pfeiffer. Die Jugendlichen seien vor allem geprägt von innerfamiliärer Gewalt, einer hohe Akzeptanz der Macho-Kultur und männlichen Gewaltvorbildern aus Filmen und Computerspielen. Auch eine mangelnde Leistungsbasis, die das Selbstvertrauen stärken könnte, fördere das Gewaltpotenzial - etwa Misserfolge in der Schule.

Kein Anstieg der Jugendgewalt in Deutschland

Bereits 2009 hatte Pfeiffer eine Studie über die Ursachen von Jugendgewalt vorgelegt, bei der 45.000 Jugendliche befragt wurden. Trotz brutaler Gewalttaten - etwa die tödliche Messerattacke eines 16-Jährigen auf einen 19-Jährigen in der Hamburger S-Bahnstation Jungfernstieg - könne man aber nicht von einem Anstieg der Jugendgewalt im Bundesdurchschnitt sprechen. In einigen Gebieten sei sogar ein Rückgang zu verbuchen. Allerdings würden die Fälle von Jugendgewalt in der Hansestadt steigen: “Hamburg ist kein Beispiel für die erfolgreiche Integration sozialer Außenseiter.“

Julian Mieth

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