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Die ausgebrannte Halle ist abgerissen worden. 

Brandstiftung in Düsseldorf

Großbrand in Flüchtlingsunterkunft: Ermittlungen ausgeweitet

Düsseldorf - Nach dem offenbar von Bewohnern gelegten Brand in einer Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft ermittelt die Polizei nun gegen fünf Tatverdächtige.

Neben zwei bereits in Untersuchungshaft genommenen Männern aus Algerien und Marokko zählen auch ein Syrer, ein weiterer Algerier und ein weiterer Marokkaner zu den Beschuldigten, wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten. Die Mehrzahl dieser Männer lebte unter falschen Personalien in der Unterkunft.

Nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei weichen die von den Verdächtigen selbst angegebene Herkunft und auch die Namen und die Geburtsdaten von denen ab, die Polizeibeamte durch den Abgleich erkennungsdienstlicher Merkmale wie etwa Fingerabdrücken ermitteln konnten.

Gegen den bereits seit Mittwoch inhaftierten algerischen Hauptverdächtigen Adel D. wurde demnach in den vergangenen Monaten wegen eines Eigentumsdeliktes ermittelt. Offiziell war der 26-Jährige laut Polizei mit seinen echten Personalien in Düsseldorf nicht gemeldet.

Der ebenfalls in U-Haft sitzende 26-jährige Mohamed B. aus Marokko wurde laut Polizei erstmals im Januar 2015 in Deutschland registriert und ist nach aktuellen Erkenntnissen polizeilich bislang nicht in Erscheinung getreten.

Die Ermittlungen richten sich zudem gegen einen 16-jährigen Marokkaner, der bereits zur Ingewahrsamnahme ausgeschrieben war und nun einer Jugendschutzgruppe zugeführt wurde. Zu den Beschuldigten zählt ferner ein 21-jähriger Algerier, der bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten ist - wegen Eigentumsdelikten sowie Verstößen gegen das Waffen- und Betäubungsmittelgesetz. Gegen den ebenfalls beschuldigten 24-jährigen Syrer lagen bislang keine polizeilichen Erkenntnisse vor.

In der bei dem Großbrand vom Dienstag völlig zerstörten Halle, in der 282 männliche Flüchtlinge untergebracht waren, war es in der Vergangenheit wiederholt zu Streitigkeiten gekommen - Zeugenaussagen zufolge zuletzt unter anderem wegen des ausgegebenen Essens nach Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan. Mutmaßungen zufolge sollen die Beschuldigten mit der Brandstiftung ihre Verlegung in eine andere Unterkunft bezweckt haben.

Wie Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) im ZDF-"Morgenmagazin" sagte, waren die beiden inhaftierten Nordafrikaner in der Vergangenheit "mit einer gewissen Aggressivität und Streitpotenzial" aufgefallen. Jäger verwies darauf, dass ein kleiner Teil von Flüchtlingen - insbesondere allein reisende Männer aus Nordafrika - "wirkliche Probleme" darstellten. Es handle sich um eine "kleine Minderheit" unter den Flüchtlingen, die "große Probleme" bereite.

Der NRW-Innenminister beklagte zugleich erneut "extreme Schwierigkeiten" bei der Abschiebung nicht aufenthaltsberechtiger Nordafrikaner in ihre Herkunftsländer. Die entsprechenden Staaten seien "völlig unkooperativ" bei deren Rücknahme.

Zwei Tage nach dem Brand dankte der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) den Helfern des Deutschen Roten Kreuzes und des in der Halle eingesetzten Sicherheitsdiensts. Sie hätten "unter Einsatz des eigenen Lebens" dafür gesorgt, "dass innerhalb von 90 Sekunden alle Flüchtlinge die brennende Halle verlassen konnten".

Die Düsseldorfer Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch erklärte, die Unterbringung in der Halle sei "eine Notfalllösung unter schwierigen Bedingungen" gewesen. "Das rechtfertigt auf keinen Fall, die Halle in Brand zu stecken und das Leben der anderen Flüchtlinge und des Hilfspersonals zu gefährden." Bei dem Großbrand war nach Schätzungen der Feuerwehr ein Schaden von rund zehn Millionen Euro entstanden.

Verletzte bei Großbrand in Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft

afp

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