Gefährliche Faszination

Kritik an Mafia-Ausflug für Touristen

Rom - Angehörige von Mafia-Opfern protestieren gegen eine „Mafia-Tour“ die ein italienischer Reiseveranstalter auf seiner Website anbietet. Der verteidigt die Touristenattraktion jedoch.

Um die italienische Mafia ranken sich Geschichten und Mythen. Für seine „Mafia Tour“ erntet ein Reiseveranstalter auf Sizilien nun aber Kritik. „Es ist ein Angriff auf den Schmerz der Opfer und eine Ohrfeige für die, die jeden Tag damit beschäftigt sind, die mafiöse Kultur auszurotten“, sagte Maria Falcone der Nachrichtenagentur ADNkronos. Sie ist die Tochter eines Richters, der, wie auch seine Frau, 1992 von der Mafia ermordet worden war.

Der Tourenanbieter Easy Trapani verspricht den Kunden auf seiner Internetseite, bei einer Tagestour tief in die Welt der sizilianischen Mafia eintauchen und „ihre verschiedenen Facetten“ erkunden zu können. Die „Mafia Tour“ sei aber eine „Antimafia Tour“. „Wir fühlen uns verpflichtet zu informieren (...), damit diejenigen, die Sizilien besuchen, verstehen, was die Mafia wirklich ist, denn auch die Mafia Tour ist eine Maßnahme GEGEN die Mafia.“

Falcone warnte, dass durch derartige Angebote für Touristen eine gefährliche Faszination entstehen könne. „Die Welt der Mafia ist nicht „faszinierend“, sondern ungeheuerlich“, sagte sie. Auf Sizilien gibt es zahlreiche Touren, die sich mit der Mafia beschäftigen.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / Annamaria Loc

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