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Die Hoffnungen liegen beim Europäischen Patentamt in München. Dieses soll ein Patent gegen ein wirkungsvolles, aber teures Hepatitis-C-Medikament stoppen. Foto: Andreas Gebert

Kritiker wollen Patent gegen Hepatitis-C-Medikament stoppen

München (dpa) - Kritiker wollen ein Patent gegen ein wirkungsvolles, aber teures Hepatitis-C-Medikament stoppen. Die Organisation Ärzte der Welt legte nach eigenen Angaben beim Europäischen Patentamt (EPA) in München einen entsprechenden Einspruch gegen das Patent ein, das eine US-Firma hält.

Das EPA konnte den Eingang zunächst nicht bestätigen. "Ziel des Einspruches ist es, den Markt für Generika zu öffnen", sagte die Sprecherin der Organisation in München, Ute Zurmühl. In Indien sei das Patent vor wenigen Wochen abgelehnt worden mit dem Argument, dass es nicht innovativ genug sei.

Es wird dauern, bis es in der Sache für Europa eine Entscheidung gibt. Die Firma erhalte nun einen Einspruchstext. "Wenn das Verfahren ins Laufen kommt, wird es sicherlich zwei bis drei Jahre dauern, bis man die erste Instanz abschließt", sagte EPA-Sprecher Rainer Osterwalder.

Nach Angaben des weltweit aktiven Ärzte-Netzwerkes sowie nach einem Artikel in dem Portal "aerzteblatt.de" liegen die Therapiekosten in Deutschland bei rund 60 000 Euro. "Das steht in keinem Verhältnis zu den Produktionskosten", sagt Zurmühl. Die Herstellungskosten des Medikaments mit dem Wirkstoff Sofosbuvir sollen nach Schätzungen um ein Vielfaches niedriger liegen. Allerdings müssen Firmen bei ihrer Preiskalkulation stets auch die Entwicklungskosten einbeziehen.

Laut "aerzteblatt.de" hatte die Pharmafirma bereits im vergangenen Herbst den Wirkstoff an sieben indische Generikafirmen lizensiert, die das Arzneimittel für ein hundertstel des US-Preises vertreiben wollen. Gerade in Entwicklungsländern gibt es die meisten Infektionen.

Artikel Ärzteblatt

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