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Der gesuchte Sexualverbrecher Mike B. (34) hat sich bei Bad Krozingen (Baden-Württemberg)nach einem Schusswechsel mit der Polizei umgebracht.

Feuergefecht bei Freiburg

Gesuchter Sex-Täter erschießt sich vor Polizei

Bad-Krozingen - Zweieinhalb Wochen fahndet die Polizei nach einem mutmaßlichen Sexualverbrecher. Er soll sich an einem Kind vergangen haben. Als Beamte ihn aufspüren, nimmt die Begegnung ein dramatisches Ende.

Blaulichter erhellen die Nacht, Spezialkräfte der Polizei stehen auf einem Feld direkt an einem Wohngebiet in der Nähe von Freiburg. Vor ihnen liegt die Leiche eines Sexualstraftäters. Der wegen Missbrauchs schon vorbestrafte 34-Jährige soll sich erneut an einem Kind vergangen haben und hat sich nach einer wilden Verfolgung im baden-württembergischen Bad Krozingen selbst gerichtet. Es müssen sich Augenzeugen zufolge dramatische Szenen abgespielt haben.

Ein Anwohner berichtet, er sei durch Schüsse aufgeschreckt worden. Polizeibeamte des Mobilen Einsatzkommandos hatten den europaweit gesuchten Tatverdächtigen am Freitagabend gegen 21.30 Uhr in dem Neubaugebiet im Ortsteil Biengen auf seinem Fahrrad aufgespürt.

Der Mann ist - wie von der Polizei befürchtet - mit einer scharfen und geladenen Pistole bewaffnet. Er hat sie sich auf der Flucht besorgt, in einer Tasche hat er 50 Schuss Munition dabei. Er rennt auf das offene Feld in die Dunkelheit.

Nach Angaben eines Polizeisprechers zielt er mehrfach in Richtung der Beamten. Doch die Waffe hat Ladehemmung, es löst sich schließlich ein Schuss. Daraufhin schießt auch die Polizei. Eine Polizeikugel streift den Mann am rechten Oberarm. Dann kniet er sich hin und tötet sich vor den Augen der Polizisten mit einem Schuss in den Kopf.

Der 34-Jährige war dringend tatverdächtig, am 18. September im etwa 20 Kilometer entfernten Müllheim ein elfjähriges Mädchen in sein Auto gezerrt und entführt zu haben. Das Kind wurde in einem Waldstück schwer sexuell missbraucht. Eine Stunde hielt der Täter das Mädchen in seiner Gewalt, dann ließ er es frei. Die Polizei leitete nach konkreten Hinweisen sehr schnell eine Großfahndung ein. Der Mann tauchte unter, die Polizei hatte keine Spur von ihm.

Ein unbeschriebenes Blatt ist der 34-Jährige nicht. Vor drei Jahren ist er wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einem Jahr Gefängnis verurteilt worden, er hatte Kindern Pornofilme gezeigt und entsprechende Fotos von ihnen gemacht. Er war auf Bewährung auf freiem Fuß. Zudem war er wegen zahlreicher anderer Delikte zigfach mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. „In hohem zweistelligen Bereich - und einmal quer durchs Strafgesetzbuch“, sagt ein Polizeisprecher.

Im gesamten Dreiländereck wurde nach dem Mann gesucht. Der 34-Jährige war mit seinem blauen Kastenwagen unterwegs. Am 2. Oktober findet die Polizei in Sulzburg, zwischen Müllheim und Bad Krozingen gelegen, das Fahrzeug. Eine weitere Großfahndung bringt kein Ergebnis. Am Freitag sperrt die Bundespolizei den 9385 Meter langen Katzenbergtunnel und durchsucht ihn - wieder ohne Erfolg.

Am Abend dann das Ende: Der Gesuchte wird auf einem Rad entdeckt. Die Verfolgungsjagd beginnt - mit blutigem Ausgang. Anschließend leuchtet die Feuerwehr den Einsatzort aus. Die Kriminaltechnik baut ein Zelt auf und untersucht den Tatort.

Im Neubaugebiet sind zahlreiche Ermittler unterwegs, um Augenzeugen zu befragen. Das Notfallseelsorgeteam kümmert sich um geschockte Anwohner. Und auch die am Einsatz beteiligten Polizisten müssen nach dem tödlichen Einsatz psychologisch betreut werden.

Gesuchter Sexualverbrecher erschießt sich vor Augen der Polizei

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dpa

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