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Kuala Lumpur: Die Hauptstadt von Malaysia

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Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur, Malaysia
Petronas Twin Towers in Kuala Lumpur, Malaysia © Tibor Bognár / IMAGO

Kuala Lumpur ist eine bedeutende Stadt für das Malaysia. Mit ca. 8,5 Millionen Einwohnern ist sie die für Kultur und Politik wichtigste Stadt des Landes.

Kuala Lumpur – Gegründet im Jahr 1857 ist die Stadt heute zur Hauptstadt und zum wichtigsten wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Malaysias aufgestiegen. Durch seine vielen Sehenswürdigkeiten, die besondere Geschichte und große kulturelle Vielfalt der Stadt, ist Kuala Lumpur ein Touristenmagnet mit mehr als 10 Millionen Besuchern im Jahr. Eine einzigartige Form der Monarchie macht die Politik des Landes außerordentlich interessant.

Kuala Lumpur: Daten und Fakten

Kuala Lumpur ist die Hauptstadt des Staates Malaysia in Südostasien. Die Metropolregion Kuala Lumpur hat eine Bevölkerung von annähernd 8,5 Millionen Einwohnern. Damit leben etwa 25% der Gesamtbevölkerung Malaysias im Einzugsgebiet der Hauptstadt. Die Stadt hat eine interessante Geschichte und wurde Mitte des 19. Jahrhunderts von chinesischen Bergarbeitern gegründet. Das Stadtgebiet dehnt sich auf fast 250km² aus und ist damit ähnlich groß wie Frankfurt am Main. Die Bevölkerungsdichte ist jedoch in Kuala Lumpur mit ca. 8000 Einwohnern pro km² im Gegensatz zu Frankfurt am Main mit ca. 3000 Einwohnern pro km² deutlich höher. Kuala Lumpur ist benannt nach der geographischen Lage direkt an der Vereinigung der zwei Flüsse Gombak und Klang. Übersetzt bedeutet der Name in etwa ‘Schlammiger Zusammenfluss’. In der Politik ist die Stadt ebenfalls bedeutend, da sie den Regierungssitz des Königs beherbergt.

Kuala Lumpur: Geschichte der Stadt

Im Jahr 1857 gründeten 87 chinesische Zinnarbeiter die Siedlung Kuala Lumpur im Bereich des heutigen Stadtviertels Ampang. Durch die Lage zwischen den beiden großen Flüssen der Region blühte die Siedlung als Zentrum der Zinnproduktion wirtschaftlich auf und wurde 1887 zur Hauptstadt des Bundesstaates Selangor ernannt. Als die Stadt 1896 zur Hauptstadt des Landes ernannt wurde, nahm die Entwicklung noch einmal Fahrt auf.
Der neue Status verhalf der Stadt zu noch größerem wirtschaftlichem Wachstum und einem massiven Zuwachs an Einwohnern. Durch die historisch traditionelle Prägung vieler unterschiedlicher Kulturen, wurde die Stadt zu einem wahren Schmelztiegel asiatischer Zuwanderer. Diese Entwicklung hält bis heute an.
Zwischen 1913 und 1957 befand sich Malaysia unter britischer Herrschaft. Die britischen Kolonialherren trieben die massive infrastrukturelle Entwicklung der Stadt voran. So wurde neben dem Ausbau des Straßennetzes ein Eisenbahnnetzwerk installiert und moderne Häuser gebaut. Bis heute merkt man der Stadt den westlichen Einfluss an. Viele sprechen bei Kuala Lumpur von der westlichsten Stadt Asiens. Nachdem die Stadt während des zweiten Weltkrieges von 1942 - 1945 den Japanern in die Hände fiel, kehrten die Briten zurück. Durch die vielen Machtwechsel wurde der Ruf nach Unabhängigkeit und Souveränität in der Bevölkerung jedoch 1957 so groß, dass die Briten dem Land die Unabhängigkeit gewährten und sich zurückzogen.
In den folgenden Jahren gelang es, Kuala Lumpur durch eine kluge Wachstumspolitik in eine moderne Metropole zu transformieren. Maßgeblich dazu beigetragen haben der große angrenzende Hafen Port Klang, sowie der internationale Flughafen KLIA, der ein Drehkreuz für Reisende in Südostasien darstellt.

Kuala Lumpur: Vielfalt der Kulturen

Die bewegte Geschichte Malaysias führt bis heute zu einer fast unvergleichlichen kulturellen Vielfalt, die besonders in der Hauptstadt Kuala Lumpur und dessen Bevölkerung spürbar ist. Laut dem letzten großen Zensus in 2010 setzt sich diese aus folgenden ethnischen Gruppen zusammen: 46% Malaien, 43% Chinesen, 10% Inder und 1% andere Nationen.
Jede Kultur bringt Ihre eigenen Bräuche, Lebensmittel und Religion mit. In früheren Zeiten wurden die verschiedenen Nationalitäten und Religionen strikt in verschiedene Stadtviertel aufgeteilt. Das hat sich allerdings stark gewandelt. So sieht man heute in Kuala Lumpur nicht selten muslimische Moscheen, christliche Kirchen, taoistische Pagoden und hinduistische oder buddhistische Tempel in ein und derselben Straße. Diese Stadt ist auf Multikulturalität aufgebaut. Besucher schätzen die Vielfalt heutzutage vor allem wegen der vielen Sehenswürdigkeiten und dem authentischen Essen in überwältigender Auswahl, welches man in der ganzen Stadt genießen kann.

Kuala Lumpur: Eine besondere Monarchie

Ein jeder kennt wohl die klassische Monarchie, wie es sie beispielsweise in Großbritannien gibt. Die Thronfolge wird im dortigen System der konstitutionellen Monarchie stets in der Familie weitergegeben und folgt festen Regeln. Die Person, die den Thron besetzt, hat heute allerdings nur noch eine repräsentative Funktion und nimmt zusätzlich offizielle und zeremonielle Tätigkeiten wahr. Die politischen Tagesentscheidungen werden vom Parlament getroffen. Das macht die britische Monarchie de facto zu einer parlamentarischen Monarchie.
Das System in Malaysia funktioniert deutlich anders. Malaysia ist unterteilt in 13 Bundesterritorien, wovon 9 Sultanate sind und dementsprechend von einem Sultan regiert werden. Die restlichen 4 Bundesterritorien werden von, von der Bevölkerung gewählten, Gouverneuren verwaltet. Aus den 9 Sultanaten wird dann 1 regierender König gewählt, dessen Regierungssitz in Kuala Lumpur liegt. Die Wahl treffen die 9 Sultanate untereinander. Es handelt sich also um eine konstitutionelle Wahlmonarchie. Dieses System ist in der Welt einzigartig und vereint Demokratie mit Monarchie. Auch hier ist es allerdings so, dass der König nicht direkt am politischen Tagesgeschehen teilnimmt und vor allem eine repräsentative Funktion innehat. Eine zusätzliche Besonderheit ist allerdings, dass ein Teil der Senatsmitglieder die ‚Mitglieder des Königs‘ sind. Diese werden vom König persönlich in Abstimmung mit dem Premierminister ernannt. Man könnte also sagen, dass der König in Malaysia mehr direkten politischen Einfluss hat als in Großbritannien.   

Kuala Lumpur: Sehenswürdigkeiten & Kultur

Durch die bereits beschriebene kulturelle Vielfalt in der Bevölkerung und dem rasanten Wachstum von Kuala Lumpur gibt es eine außerordentliche Auswahl an touristischen Attraktionen zu besuchen. Dazu gehören vor allem:

Jeder dieser besonderen Plätze erzählt ein Stück der Geschichte von Malaysia. So stehen die Petronas Towers mit Ihren 452 Metern Höhe als Symbol für den wirtschaftlichen Aufstieg der Stadt. Die beiden Türme sind bis heute die höchsten Zwillingstürme der Welt.

Die Nationalmoschee (Masjid Negara) steht für die größte religiöse Richtung in Kuala Lumpur, den Islam. In Ihrer eindrucksvollen Gebetshalle finden bis zu 10.000 Menschen gleichzeitig Platz zum Gebet.

KL’s Brickfields und die Alor Street stehen für den Schmelztiegel der verschiedenen Kulturen der Stadt. Hier kann man nach Herzenslust Essen oder Handwerk bestaunen.

Der Merdeka Square hat einen hohen historischen Wert für Bevölkerung & Politik von Malaysia. Am 31. August 1957 wurde hier zuerst die malaiische Flagge gehisst als Zeichen für die Unabhängigkeit über Großbritannien. Kuala Lumpur beansprucht für sich, dass die Fahnenstange, die den Platz heute ziert, die größte der Welt ist.

Zu guter Letzt solle man sich keinesfalls das Nachtleben in Bukit Bintang entgehen lassen. Viele Bars, Nachtclubs und nächtliche Live-Performances machen diesen Teil der Stadt einzigartig und man kann sich mitreißen und treiben lassen.

Kuala Lumpur: Ein Hotspot für Foodies

Besucht man Kuala Lumpur sollte man dem Essen besondere Aufmerksamkeit schenken. Nirgends sonst auf der Welt kann man durch die Geschichte des Landes so viele verschiedene Landesküchen so authentisch erleben wie hier. Es gibt natürlich sowohl chinesische & indische Spezialitäten als auch malaiische Küche. Dazu kommen vor allem japanische, arabische und indonesische Einflüsse. Auch religiöse Küchen werden vielerorts angeboten. So wird es kein Problem darstellen, nach Tradition der muslimischen Bevölkerung Halal zu essen, oder ein veganes buddhistisches Gericht zu probieren. Wer Kuala Lumpur besucht, sollte nicht nur über den Tellerrand schauen, sondern auch ganz genau in die Töpfe gucken.

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