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Kuba: Alles über die karibische Republik

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Oldtimer fahren durch Havanna
Oldtimer fahren durch Havanna © Michael Kappeler / dpa

Kuba ist eine Insel und Republik in der Karibik, die schon seit Jahren immer mehr Touristen anlockt. Und das liegt nicht nur an den zuckerweißen Stränden. Da Lebensgefühl des Landes drückt sich auch stark in Musik, Tanz und einem gewissen Hang zur Nostalgie aus.

Havanna – Das mit einer Gesamtfläche von 109.884 Quadratkilometer große Kuba gilt als größte Insel der Karibik. Das Land blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, angefangen von der spanischen Kolonialisierung ab dem 16. Jahrhundert bis hin zur kubanischen Revolution 1959 durch Fidel Castro und Che Guevara. Seit den Lockerungen des über Jahrzehnte andauernden Handelsembargos der USA wird das Inselparadies zunehmend vom Tourismus erobert.

Kuba: Präkolumbisches Kuba und spanische Kolonisierung

Die erste Besiedlung Kubas fand bereits vor rund 8.000 bis 10.000 Jahren statt. Um das Jahr 1500 waren die indigenen Volksstämme aufgeteilt in die Siboney im Westen und die Taíno in Mittel- und Ostkuba. Noch heute gehen viele Ortsnamen des Landes auf indianische Wörter zurück.

1492 wurde die Insel von Christoph Kolumbus mit der Landung in der Bucht von Bariay im Nordosten Kubas entdeckt. Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts erfolgte die Eroberung der Insel im Auftrag des Königs Ferdinand durch Gouverneur Diego Velázquez de Cuéllar. Dabei kamen viele Ureinwohner ums Leben. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde Kuba Teil des Vizekönigreichs Neu-Spanien.

Kuba: Der Weg in die Unabhängigkeit von Spanien

Im 17. und 18. Jahrhundert wurde auf Kuba intensiv Zuckerrohranbau betrieben. Hierfür wurden zehntausende Sklaven – vorwiegend aus Westafrika – auf die Insel verschleppt. Im 19. Jahrhundert begann die Kolonie zunehmend, um ihre Unabhängigkeit zu kämpfen. Während im Zehnjährigen Krieg (1868-1878) und im Kleinen Krieg (1878-1879) die Kubaner noch unterlagen, führten der Unabhängigkeitskrieg von 1895 sowie der Spanisch-Amerikanische Krieg schließlich zum Abzug der Spanier von der Insel. Im Friedensvertrag von Paris vom 10. Dezember 1898 erklärte Spanien seinen Verzicht auf Kuba und die Philippinen. Nach Ende des Spanisch-Amerikanischen Krieges besetzten die USA die Insel, deren Unabhängigkeit erst 1902 formal anerkannt wurde.

Kuba: Diktaturen und die Revolution von 1959

Von 1906 bis 1919 kam es mehrfach zu militärischen Interventionen seitens der USA auf Kuba, da die Republik aufgrund des Platt-Amendments (ein Gesetz zum Armeehaushaltsgesetz der USA) keine Souveränität besaß. Ab 1925 kam General Gerardo Machado y Morales an die Macht. Er verfolgte einen nationalistischen und diktatorischen Kurs. Das Machado-Regime wurde 1933 gestürzt. In den Folgejahren kämpfte sich der Diktator Fulgenico Batista an die Macht. Nach einem Militärputsch von 1952 errichtete Batista ein autoritäres Regime.

Der damals noch junge Rechtsanwalt Fidel Castro klagte Batista wegen des Militärputsches an. Als die Klage abgewiesen wurde, bereitete Castro den gewaltsamen Sturz Batistas vor, um die Sozialreformen, die Demokratie und die Verfassung von 1940 wiederherzustellen. Nachdem ein erster Angriff 1953 gescheitert war, kehrte Castro im Dezember 1956 mit Guerilla-Kämpfern, darunter auch Che Guevara, zurück. Am 1. Januar 1959 floh Batista ins Exil und Castro übernahm am 13. Februar das Ministerpräsidentenamt.

Kuba: Sonderperiode und Post-Fidel-Castro-Ära

Nachdem Kuba in der Deklaration von Havanna als sozialistischer Staat ausgerufen worden war, kam es zu einem dauerhaften Embargo mit den USA. 1962 eskalierte in der sogenannten Kubakrise der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR. Bis heute leidet das Land noch unter den wirtschaftlichen Sanktionen. Zahlreiche Kubaner verließen ihre Heimat und flohen in die USA.

Mit dem Zerfall der kommunistischen Diktaturen in Osteuropa erlebte auch Kuba in den 1990er Jahren eine schwere Wirtschaftskrise. Erst mit der Wiedereingliederung Kubas in den karibischen Wirtschaftsraum und mit der Stärkung des Tourismus-Sektors kam es wieder zum wirtschaftlichen Aufschwung. Während US-Präsident Obama zahlreiche Embargobestimmungen gelockert hatte, wurden diese von Donald Trump wieder verschärft. Dennoch hatte die COVID-19-Pandemie das Land auch wirtschaftlich wieder stark geschwächt. Ab Juli 2021 begannen landesweite Proteste gegen die kubanische Regierung.

Kuba: Das politische System

Kuba ist eine Republik mit einem Einparteiensystem. Es gilt daher als bürokratisch-autoritärer Staat. Nach der marxistisch-leninistischen Ideologie der Kommunistischen Partei Kubas handelt es sich bei der Regierung um eine Ausprägung einer sogenannten Diktatur des Proletariats. Es gibt weder eine Gewaltenteilung noch Auswahlmöglichkeiten von politischen Alternativen.

Höchstes gesetzgebendes Organ ist das Parlament, welches den Staatsrat und den Ministerrat wählt. Am 24. Februar 2008 wurde Staats- und Ministerpräsident Fidel Castro durch seinen Bruder Raúl Castro abgelöst. 2018 wurde Miguel Díaz-Canel neuer Präsident des Staats- und Ministerrats und ist seit 2019 neuer Staatspräsident der Republik Kuba.

Kuba: Fakten im Überblick

Kuba: Sprachen und Bevölkerung

Amtssprache in Kuba ist Spanisch. Dabei handelt es sich um eine besondere Variante der in Spanien gesprochenen Hochsprache. Weitere Minderheitensprachen, wie historisch bedingte indianische Sprachen, lassen sich so gut wie gar nicht ausfindig machen. In Kuba leben derzeit 11,19 Millionen Einwohner – davon über zwei Millionen in der Hauptstadt Havanna. In der Vergangenheit ist die Inselbevölkerung kontinuierlich um einen Million Menschen pro Jahrzehnt angewachsen. Allerdings hat Kuba die niedrigste Migrationsrate und damit auch die niedrigsten Ausländeranteile der Welt.

Kuba: Geografie und Städte

Der 109.884 Quadratkilometer große Inselstaat der Karibik grenzt im Nordwesten an den Golf von Mexiko, im Nordosten an den Atlantischen Ozean und im Süden an das Karibische Meer. Der Archipel gehört zu den Großen Antillen. Zur Hauptinsel zählen noch die Isla de la Juventud sowie 4.195 kleinere Inseln. Das Land, das in seinen Umrissen auch entfernt an ein Krokodil erinnert, besitzt aufgrund des tropischen Klimas viele tropische Regenwälder. Das Inselparadies wird aber auch immer wieder von tropischen Wirbelstürmen heimgesucht.

Die Hauptstadt Havanna gilt mit über zwei Millionen Einwohnern als die größte Metropole des Inselstaates und zweitgrößte Metropole in der gesamten Karibik.

Die größten Städte Kubas im Überblick:

Kuba: Wissenswertes zum Land

Obwohl der Lebensstandard der Kubaner aufgrund der niedrigen Löhne und schlechten Renten als gering gilt, wird die menschliche Entwicklung laut der Vereinten Nationen inzwischen als „hoch“ eingestuft; und dies vor allem im Bereich der Bildung und der Gesundheit.

Das zeitweise international isolierte Land genießt vor allem wegen seines kulturellen Lebensstils hohen Kult-Status – und das nicht nur wegen Rum und Zigarren. Schließlich sind in Kuba zahlreiche Musikstile und Tänze entstanden, die auch international Verbreitung fanden. Dazu zählen unter anderem der Mambo, die Salsa, die Rumba oder auch der Cha-Cha-Cha. Ende der 1990er Jahre hatte der Film „Buena Vista Social Club“ von Wim Wenders eine wahre Kuba-Begeisterung ausgelöst. Und 2005 sorgte der Reggaeton weltweit für einen heftigen Boom.

Touristen sind vor allem vom nostalgischen Flair des Landes beeindruckt. Hier scheint vielenorts die Zeit stehen geblieben zu sein. Das liegt nicht nur an den Oldtimern und den zahlreichen Bauten aus der spanischen Kolonialzeit. Auch die Infrastruktur des Landes ist weitgehend in einem eher schlechten Zustand: Hierzu zählen neben den renovierungsbedürften Straßen auch das schlechte Telefonnetz sowie der beschränkte Zugang zum Internet.

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