Kubas Opposition fürchtet «Welle der Repression»

Havanna - Kuba steht nach Ansicht von Oppositionellen vor einer neuen Welle der Repression. Die «Damas de Blanco», Frauen von inhaftierten Dissidenten, schrieben am Mittwoch in einer Erklärung, die Regierung habe eine Kampagne entfacht, um sie zu diskreditieren.

Die Kampagne gleiche derjenigen, die der Verhaftung ihrer Männer im «schwarzen Frühling» vor fünf Jahren vorausgegangen sei. Die 75 Männer waren als Spione und Handlanger der mit Kuba verfeindeten USA zu hohen Haftstrafen verurteilt worden.

Die kubanische Regierung unter Raúl Castro hatte Washington in der vergangenen Woche beschuldigt, die Dissidenten, darunter auch die «Damas de Blanco», finanziell zu unterstützen. US-Diplomaten hätten Geld aus dubiosen, Kuba feindlichen Quellen in den USA an die Opposition weitergeleitet. Der Chefredakteur der Parteizeitung «Granma», Lázaro Barredo, hatte vor wenigen Tagen vorgeschlagen, die Annahme von Geld aus dem Ausland mit Haftstrafen zu ahnden. Dies sei zweifellos Teil der Kampagne gegen die «Damas de Blanco», hieß es in der Erklärung der oppositionellen Frauen weiter.

In Kuba sind seit dem Amtsantritt von Raúl Castro im Februar einige wirtschaftliche Neuerungen eingeführt worden, wie die Erlaubnis zur Anschaffung von Mobiltelefonen und Computern. Außerdem dürfen die Menschen jetzt in der Parteizeitung «Granma» auch öffentlich ihre Meinung sagen, wenn auch kontrolliert. Politischen Reformen haben aber auch die Nachfolger von Revolutionsführer Fidel Castro eine strikte Absage erteilt. Diese verlangt Washington aber als Voraussetzung für die Aufhebung des vor Jahrzehnten verhängten Embargos gegen das kommunistische Kuba.

Auch interessant

Kommentare