Kurden bekennen sich zu Anschlag in Antalya

- Istanbul - Zu der Bombenexplosion in der türkischen Touristenstadt Antalya mit drei Toten und Dutzenden von Verletzten haben sich am Dienstag kurdische Extremisten bekannt. Der Anschlag sei ein «Racheakt» für die Angriffe des türkischen Staates auf die kurdische Bevölkerung und seine «Widerstandskämpfer», heißt es in dem Bekennerschreiben der Freiheitsfalken Kurdistans.

Dieselbe Gruppe, die dem Umfeld der verbotenen Arbeiterpartei PKK zugerechnet wird, hatte sich bereits zu der Serie von Bomben im türkischen Badeort Marmaris und in einem Istanbuler Außenbezirk bekannt. Dabei waren in der Nacht zum Montag 27 Menschen verletzt worden, unter ihnen 10 britische Touristen.

Durch die Wucht der Detonation im Stadtzentrum von Antalya wurden Scheiben von Restaurants, Geschäften und Büros zertrümmert. Auch zahlreiche Fahrzeuge wurden beschädigt. Ob ausländische Touristen verletzt wurden, war zunächst unklar.

Nach der Explosion brach ein Brand aus, der jedoch schnell von der Feuerwehr gelöscht wurde. An der Explosionsstelle fanden die Rettungsmannschaften zwei zum Teil verbrannte Leichen. Einer der vielen Verletzten, die ins Krankenhaus gebracht wurden, sei dort seinen schweren Verletzungen erlegen, berichtete der türkische Nachrichtensender NTV.

Solange sich der Führer der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, in Gefangenschaft befinde, «werden überall in der Türkei unsere Bomben hochgehen», heißt es in dem Bekennerschreiben. Öcalan war vor mehr als sieben Jahren gefasst und nach Abschaffung der Todesstrafe in der Türkei zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

In dem Schreiben der Extremisten werden erneut Ausländer aufgefordert, touristischen Gebieten in der Türkei fernzubleiben. Die «Freiheitsfalken Kurdistans» gelten als äußerst gewaltbereite Splittergruppe der PKK und haben sich mehrfach zu Bombenanschlägen und Sabotageakten bekannt.

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