Orkan Kyrill traf Mitteleuropa massiv.
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Orkan Kyrill traf Mitteleuropa massiv.

Angst vor neuem Monster-Sturm

Orkan Sabine so schlimm wie Orkan Kyrill? Diese massiven Schäden richtete er 2007 an

  • Marcel Görmann
    vonMarcel Görmann
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Es war ein Wetterereignis, an das sich viele noch mit Grauen erinnern: Orkan Kyrill sorgte für einen Ausnahmezustand. Nun gibt es die Sorge, dass Sturmtief Sabine ähnlich heftig wird.

  • Von Sonntag bis Dienstag wütet Sturmtief Sabine in Deutschland.
  • Besonders heftig soll es in der Nacht auf Montag und dann am Vormittag werden.
  • Wird Sabine zu so einem gefährlichen Orkan wie Kyrill 2007?

Wird Sturmtief Sabine zu Kyrill 2.0? Erinnerungen an Orkan 2007

München - Am Sonntag und Montag wird Sturmtief Sabine in Deutschland wüten. Meteorologen befürchten, dass das Sturmtief ähnlich schlimm werden könnte wie im Jahr 2007 der Orkan Kyrill. Von einem Orkan spricht man bei einer Windgeschwindigkeit von mindestens 64 Knoten, was rund 117 km/h entspricht.

Kyrill 2007: Der Bahnverkehr wurde durch Orkan völlig lahmgelegt - kein Fernverkehr mehr

Zwischen dem 18. und 19. Januar 2007 traf der Orkan Kyrill mit massiven Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 km/h auf Europa. Der Bahnverkehr in Mitteleuropa, insbesondere auch in Deutschland, wurde lahmgelegt.

Erstmals in der Geschichte der Deutschen Bahn musste am Abend des 18. Januar 2007 sogar der Fernverkehr gegen 21 Uhr komplett eingestellt werden. Zuvor verunglückte ein Intercity auf der Bahnstrecke Elmshorm-Westerland. Glücklicherweise gab hier es keine ernsthaft verletzten Passagiere. Erst am nächsten Morgen ging es für die Reisenden im Fernverkehr weiter.

In Bayern und Teilen von NRW wurde zudem auch der Regionalverkehr aus Sicherheitsgründen außer Betrieb gesetzt. Andernorts konnte im Regionalverkehr und bei S-Bahnen immerhin noch der Notbetrieb aufrechterhalten werden. Offenbar erwartet die Deutsche Bahn durch Sturmtief Sabine erneut massive Behinderungen. Sie rät Reisenden schon jetzt davon ab, am Sonntag bis Dienstag auf ihre Züge zu setzen.

Autobahn-Sperrungen, Schulausfälle: Orkan Kyrill 2007 sorgte für Ausnahmezustand in Deutschland

Doch nicht nur auf den Bahnverkehr hatte Kyrill 2007 erhebliche Auswirkungen. Auch auf vielen Autobahnen ging wenig bis nichts mehr. Vorsorglich wurden einige Brücken in Deutschland gesperrt, wie beispielsweise auf der A71 die Talbrücke Reichenbach oder die Kennedy-Brücke in Bonn, später wurde dann sogar die Sauerlandlinie-A45 total gesperrt.

Aus Sicherheitsgründen wurde auch der Schulbetrieb in vielen Bundesländern stark eingeschränkt. In großen Flächenländern wie Bayern und NRW, aber auch in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg wurde der Nachmittagsunterricht am 18. Januar 2007 abgesagt. Am Folgetag durften in vielen Bundesländern die Eltern frei entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken wollen, in einigen Landkreisen wurden durch die Behörden von vorneherein für den Tag geschlossen.

Schäden durch Kyrill: Viele Todesopfer, Wälder zerstört, Milliarden Euro Sachbeschädigungen

Die Schäden durch Orkan Kyrill waren enorm. Insgesamt 47 Menschen verloren direkt durch den Orkan ihr Leben, darunter 13 Personen in Deutschland. Weitere Todesopfer forderten die Aufräumarbeiten in den Wäldern. 

Der Baumbestand wurde vor allem in NRW stark in Mitleidenschaft gezogen. Etwa zehn Prozent des Waldbestandes des Regionalverbandes Ruhr wurden durch die Orkanböen zerstört. Die Bäume knickten wie Streichhölzer um.

Durch beschädigte Stromleitungen, Bäume stürzten auf sie drauf, waren insbesondere im Osten Deutschlands ganze Ortschaften über viele Stunden vom Stromnetz abgeschnitten.

Finanziell war das Extremereignis ein Desaster für die Versicherer. Es gab 2,3 Millionen Schadensmeldungen. Die Versicherungswirtschaft meldete Schadenszahlungen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro. In Europa sollen es sogar Schäden von rund zehn Milliarden Euro gewesen sein.

Orkan-Prognose: Wird Sabine so schlimm wie Kyrill? Kachelmann gibt vorsichtige Entwarnung

Noch ist unklar, wie heftig Sturmtief Sabine wirklich wird. Meteorologe Jörg Kachelmann gibt vorsichtige Entwarnung. Sabine sei zwar ein „anständiger Sturm mit örtlichen Orkanböen“, aber kein Kyrill.

Auch in England wüteten gleich an zwei Wochenenden heftige Stürme im Land, hunderte Flüge wurden gestrichen. Nun soll Sturm „Dennis“ möglicherweise sogar zwei Menschen gefordert haben. 

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