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Milder Europa-Winter trotz Wetter-Phänomen „La Niña“? Experten-Aussage lässt aufhorchen

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Von: Franziska Schwarz

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„La Niña“ hat zum Beispiel auch Auswirkungen auf die Hurrikan-Saison in den USA.
„La Niña“ hat zum Beispiel auch Auswirkungen auf die Hurrikan-Saison in den USA. © Chris Urso/Imago

Das Naturphänomen beeinflusst das Wetter immens. Die Weltorganisation für Meteorologie warnt allerdings: der Mensch auch.

Genf - La Niña, das Gegenstück zu El Niño, ist erneut aufgetreten und erreicht bald unsere Breiten. Die Meeresströmung nach Europa wird bis Anfang 2022 eine abkühlende Wirkung haben - aber nur schwach ausgeprägt sein und überdurchschnittliche Temperaturen nicht verhindern können. Das berichtet die UN-Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf an diesem letzten Novembertag.

„La Niña“ : Was bedeutet das Wetterphänomen?

Mit dem Wetterereignis La Nina sind ungewöhnlich hohe Luftdruckveränderungen über dem Pazifik gemeint. Infolge dessen kühlt sich die Meeresoberfläche ab.

Das hat unterschiedliche Auswirkungen in verschiedenen Teilen der Welt. Für Deutschland bedeutet das Phänomen in der Regel Kälte.

Die Durchschnittstemperaturen lagen 2021 in vielen Teilen der Welt über dem langjährigen Mittel, so die WMO. Grund sei die Rekordmenge an Treibhausgasen in der Atmosphäre. „Der menschengemachte Klimawandel verstärkt die Auswirkungen natürlich auftretender Ereignisse wie La Niña und beeinflusst zunehmend unsere Wettermuster“, erklärte WMO-Chef Petteri Taalas Anfang des Monats.

Wetter: UN sagt milden Winter 2021 für Europa voraus

Trotz La Niñas normalerweise kühlenden Effekts sei nun insbesondere auf der Nordhalbkugel mit überdurchschnittlichen Temperaturen zu rechnen. Die WMO rechnet für die meisten Teile Europas mit einem milden Winter.

Auch Nordostasien und die Arktis sowie der östliche Teil Nordamerikas dürften wärmer, der Nordosten Nordamerikas, Australien, Südostasien und der indische Subkontinent dürften dagegen kühler sein als üblich. Die Jahre zwischen 2015 und 2021 werden aller Voraussicht nach die bislang heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen sein. Das berichtete die WMO bereits anlässlich der diesjährigen Weltklimakonferenz (COP26) in Glasgow.

La Niña: Wetterphänomen im Wechsel mit El Niño

La Niña beschreibt besonders hohe Luftdruckunterschiede im Pazifik zwischen Südamerika und Indonesien. Dadurch wird warmes Oberflächenwasser nach Südostasien getrieben und kälteres Wasser strömt aus der Tiefe nach oben. Es tritt alle zwei bis sieben Jahre auf. Es folgt eine verstärkte atmosphärische Zirkulation mit kälterer Luft, die auch den Atlantik erreicht. Das hat Einfluss auf Niederschläge.

El Niño hingegen ist ein Wetterphänomen mit entgegengesetzten Effekten. Und mit dessen Rückgang beginnt gewöhnlich die verwandte Erscheinung La Niña. (frs mit Material von AFP und dpa)

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