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Schlimme Überflutungen in China.

Wassermassen auch in Manila

Land unter in Russland und China

Moskau - In den überfluteten Regionen Russlands und Chinas spitzt sich die Lage zu. Erdrutsche begraben Menschen unter sich, sogar Tiere müssen ausgeflogen werden.

Bei den schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten kämpfen in Russland und dem benachbarten China die Rettungskräfte weiter mit schwerer Technik gegen die Fluten. In Nordostchina stieg die Zahl der Toten durch Hochwasser und Erdrutsche auf mindestens 72. Rund 100 Menschen wurden vermisst, wie das Verwaltungsministerium in Peking am Montag mitteilte. Im Fernen Osten Russlands mussten bei den heftigsten Überschwemmungen in der Region seit 120 Jahren mehr als 20.000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Rund 6000 Häuser in mehr als 140 Orten sind überflutet.

„Das Wasser steigt und steigt“, sagte Wladimir Stepanow vom Zivilschutz in der Stadt Chabarowsk. In dem Ort nahe der Grenze zu China sei der Pegelstand des Flusses Amur innerhalb von 24 Stunden um 17 Zentimeter auf 6,57 Meter gestiegen. „Am Wochenende können es sieben Meter sein“, sagte Stepanow. „Noch halten die Dämme.“

Nach tagelangem Regen kämpfen die Rettungskräfte mit 29.000 Mann gegen die Fluten. „Ohne die mutigen Helfer wären wir verloren“, sagte eine Bewohnerin von Chabarowsk im Staatsfernsehen, das aus der Region rund 6000 Kilometer östlich von Moskau fast pausenlos berichtete.

In China verhängte die Führung die zweithöchste Alarmstufe und entsandte Vizeverwaltungsminister Jiang Li, um die Rettungsarbeiten am Ort zu koordinieren. Allein die Stadt Fushun in der Provinz Liaoning erlebte die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Mindestens 105 Menschen ums Leben gekommen. 115 Bewohner der beiden betroffenen Regionen würden noch vermisst, berichteten chinesische Medien am Montag.

Auch die Nachbarprovinzen Jilin und Heilongjiang waren betroffen. Mehr als 6100 Häuser wurden zerstört. Tausende Menschen waren obdachlos. Die Wassermassen beschädigten auch Bahnstrecken, Straßen und Brücken. Der wirtschaftliche Schaden wurde auf 8,5 Milliarden Yuan (etwa eine Milliarde Euro) beziffert.

Bei weitem nicht nur Menschen waren betroffen: In der russischen Stadt Blagoweschtschensk rettete der Zivilschutz zwei Braunbären aus einem Zoo vor den Überschwemmungen. Dabei betäubten die Männer die Tiere erst und flogen sie dann per Hubschrauber aus.

Drei Tote nach Monsunregen in Manila

Bei schweren Monsunregen sind auf den Philippinen mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Vier Menschen wurden zunächst noch vermisst, wie die Behörde für Katastrophenschutz berichtete. In Nordosten des Inselstaates standen weite Landstriche unter Wasser. In mehreren Regionen gingen Erdrutsche nieder. Die Hauptstadt Manila stand teils unter Wasser. Mehr als 94 000 Menschen seien von den Überschwemmungen betroffen, 12.000 mussten aus ihren Häusern fliehen, ein Drittel davon in Manila.

Im Süden der Millionenmetropole in Las Piñas reichte das Wasser in einigen Straßen bis Brusthöhe. Die Einwohner brachten Kinder und Alte auf selbst gemachten schwimmenden Plattformen in Sicherheit. In der Innenstadt blieben Büros, Botschaften, Schulen, Gerichte und die Börse geschlossen. Südlich und östlich der Hauptstadt flüchteten Menschen auf ihre Dächer und warteten auf Rettung.

Ein fünfjähriger Junge wurde in Rizal, östlich von Manila, von einer Mauer erschlagen, die durch den Wasserdruck einstürzte. In Cavite weiter südlich ertrank ein Mann, der nach einem Dammbruch mitgerissen wurde. Ein weiterer Mann starb bei einem Autounfall in starkem Regen im Norden des Landes.

Der zu dieser Jahreszeit übliche Monsun wurde seit Sonntag vom Tropensturm „Trami“ verschärft. Das Tiefdruckgebiet hing nach Angaben des Wetterdienstes fast sechs Stunden bewegungslos über der Nordostküste und brachte heftigen Regen. „Trami“ bewegte sich am Montag Richtung Taiwan weiter.

dpa

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