Weg mit dem Lappen: Harte Strafen für Schläger

Münster - Der Führerscheinentzug als Strafe bei Gewalttaten hat sich in Münster bewährt. Knapp ein Jahr nach Einführung dieser ungewöhnlichen Strafe zieht die Stadt eine erfolgreiche Bilanz.

“Die Zahl der Fälle, die über das Jahr bei uns eingegangen sind, war auch für uns unerwartet hoch“, sagte Ordnungsamtsleiter Martin Schulze-Werner der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Weil im Zuge des Pilotprojekts allein bis Februar 74 aggressive Wiederholungstäter in schnellen Verwaltungsverfahren buchstäblich aus dem Verkehr gezogen wurden, musste sich das Ordnungsamt sogar personell verstärken. In elf weiteren Fällen sei ein Verfahren angestoßen, aber nicht eingeleitet worden.

Gewalttäter, die mehrmals wegen aggressiven Verhaltens aufgefallen waren, mussten sich einer psychologischen Untersuchung stellen und den Führerschein abgeben - auch, wenn ihre Straftaten gar keinen Bezug zum Straßenverkehr hatten. Die Logik dahinter: Wer in seinem Alltag zu explosionsartigen Wutausbrüchen und Gewalt neigt, ist auch im Verkehr unberechenbar und sollte kein Fahrzeug führen.

dpa

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