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Lauterbach sagt einen „schwierigen Herbst“ voraus - aber er macht auch einer Gruppe Hoffnung

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Von: Clara Marie Tietze

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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach
Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat viel zu sagen, zu den aktuellen Maßnahmen. © Kay Nietfeld/dpa

Einschränkungen für Ungeimpfte, spontane Impfaktionen und Kinder während Corona - SPD-Bundestagsabgeordneter Karl Lauterbach lässt nicht locker.

München - Die Corona-Zahlen steigen aktuell wieder. Die deutschlandweite Sieben-Tage-Inzidenz ist in der letzten Woche laut Robert-Koch-Institut (RKI) um ganze 12,6 Punkte auf 35,0 gestiegen. Einer, der die Entwicklung rund um das Infektionsgeschehen in Deutschland durchgehend kommentiert, ist Epidemiologe und SPD-Bundestagsabgeordneter Karl Lauterbach. Im Interview mit Watson, gibt er nun Einblicke in seine Meinung zur aktuellen Lage.

So sagt Lauterbach, dass gerade der kommende Herbst „auf jeden Fall schwieriger sein“ wird. Durch die hochinfektiöse Delta-Variante muss besondere Vorsicht walten. Laut dem Epidemiologen ist Rückkehr zur Normalität erst dann möglich, wenn sich deutlich mehr Menschen impfen lassen. Dies könne man mit Spontan-Angeboten an besonders belebten Plätzen erreichen.

Lauterbach über Corona in Deutschland: Müssen Ungeimpfte und Kinder schützen

Doch bis sich mehr Menschen zum Impfen entscheiden, müsse man die laut dem SPD-Abgeordneten schützen: „Die meisten von ihnen sind ja keine Querdenker – sondern haben sich einfach noch nicht zur Impfung entschlossen, weil sie nicht ausreichend oder falsch informiert sind.“ Wie genau er das bewerkstelligen möchte, erklärte Lauterbach nicht.

Auch die Kinder müsse man schützen, diese seien bei weiterhin stark steigender Inzidenz besonders gefährdet. Hier hoffe Lauterbach sehr auf die schnelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (StiKo), denn: „Wir dürfen die Kinder nicht in eine Art Experiment hineinlaufen lassen, wie gut sie mit der Delta-Variante klarkommen“, so der Epidemiologe im Watson-Interview.

Lauterbach im Corona-Interview: Befürwortet Ende der kostenlosen Tests

Die Kritik des Verbandes der Laborärzte an der Entscheidung von Bund und Ländern in Bezug auf das Ende der kostenlosen Tests teilt Lauterbach nicht. Die Mediziner befürchten, dass durch die Maßnahme nicht die Impfquote wie gewollt steigt, sondern die Anzahl der erkannten Infektionen sinkt. Der SPD-Mann erklärt hier: „Das Risiko halte ich für gering. Die allermeisten Menschen wollen auch ab Oktober mal ins Restaurant, ins Fitnessstudio – oder allgemein einen geselligen Abend verbringen.“

Er sieht in der neuen Maßnahme gleich zwei positive Aspekte: Einerseits werden sich dadurch mehr junge Menschen „doch noch für eine Impfung entscheiden“. Andererseits werden laut dem 58-Jährigen sogar viele Infektionen erkannt, da die Menschen, die sich noch nicht für eine Impfung entschieden haben, regelmäßig zum Testen müssen. Zu Aussagen über die Dauer der Maskenpflicht ließ Lauterbach sich nicht hinreißen, denn: „Auch das hängt davon ab, welche Varianten sich entwickeln.“

Karl Lauterbach über Corona: „Halte weiteren Lockdown für ausgeschlossen“

Doch der Epidemiologe macht auch Hoffnung - zumindest für Geimpfte: „Einen weiteren Lockdown für geimpfte Menschen halte ich zum jetzigen Zeitpunkt für unmöglich“, sagt Lauterbach im Interview mit Watson. Wie das weitere Vorgehen allgemein aussieht, hängt laut dem Bundestagsabgeordneten maßgeblich von der Impfquote ab.

Lauterbach sorgte zuletzt in der Talkshow von Moderatorin Sandra Maischberger für Furore - und musste sich von der Moderatorin selbst heftige Vorwürfe anhören. Doch auch Lauterbach selbst teilt gerne aus: Immer wieder gerät er mit anderen Politikern und Experten aneinander, zuletzt mit FDP-Vize Wolfgang Kubicki.

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