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Corona-Impfstoff-Wirkung in Gefahr? Lauterbach besorgt: Mutation aus Südafrika „supergefährlich“

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Von: Patrick Mayer

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Gesundheitsexperte der SPD: Karl Lauterbach.
Gesundheitsexperte der SPD: Karl Lauterbach. © IMAGO / Jens Schicke

Die Südafrika-Mutante B.1351 des Coronavirus macht große Sorgen. Karl Lauterbach äußert Bedenken wegen der Wirkung der Corona-Impfstoffe. Widerspruch folgt prompt.

München/Berlin - Wie lange schützen die Impfstoffe gegen das Coronavirus? Und halten sie auch den Corona-Mutanten stand?

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, dessen Einschätzungen sich in der Corona-Pandemie oft bestätigten, teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter jetzt gleich mehrere schlechte Nachrichten in diesem Zusammenhang.

Mutationen des Coronavirus: Karl Lauterbach hat wegen Südafrika-Variante B.1351 schlechte Nachrichten

„Gute und schlechte Nachricht: Novavax-Impfstoff in frühen Phasen sehr stark, zeigt bei Standardvariante und UK-Variante in Zwischenanalyse 90% Wirksamkeit“, meinte er zum erwarteten weiteren Impfstoff des Unternehmens Novavax - und relativierte dann bei seiner Einschätzung zur Wirksamkeit: „Diese sinkt bei Südafrika-Variante B1351 auf 50%! Auch hatten viele mit B1351 vorher schon Covid.“

Dies zeige laut Lauterbach, „wie supergefährlich die Südafrika-Variante ist. Auch bei Moderna und BionTech sank die Wirkung dort sehr stark. Wenn dann statt der 95% Wirkung nur 50% übrigblieben, bekommt man keine Herdenimmunität durch Impfen. Weil der R-Wert von B1351 zu hoch ist, Impfung zu schwach.“

Die Rechtschreibfehler und fehlenden Wörter sind wohl mit der begrenzten Zeichen-Anzahl bei Twitter zu erklären. Lauterbach gab weitere Einschätzungen ab - demnach brauche es wegen der Mutanten eine höhere Impfquote.

Karl Lauterbach zu Corona-Mutante: „Bei B.1351-Südafrika wird wahrscheinlich Herdenimmunität von 80 Prozent nötig sein“

„Beim R-Wert von B1351 Südafrika wird wahrscheinlich Herdenimmunität von 80% nötig sein. Das schafft keine Impfung mit 50% Wirksamkeit. Es gibt nur eine Lösung: Impfungen anpassen und bis dahin Ausbreitung dieser Mutation zu vermeiden“, erklärte der 57-Jährige weiter.

Dass die Impfstoffe bei der Südafrika-Variante des Coronavirus angeblich eine geringere Wirkung haben, teilt offenbar nicht jeder Experte.

Coronavirus-Mutationen: Hamburger Infektiologin Marylyn Addo berichtet von Resistenz der Impfstoffe

So erzählte Infektiologin Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf an diesem Freitag (29. Januar) auf der Bundespressekonferenz in Berlin, dass Laboruntersuchungen aus den USA eine Resistenz bisheriger Impfstoffe gegen Corona-Mutationen zeigen würden.

Addo ging sogar noch einen Schritt weiter: „Ich hoffe, dass wir in einem halben Jahr über ganz andere Dinge berichten können. Was wir brauchen, ist Geduld und Durchhaltevermögen.“

Dass das Coronavirus samt Mutanten die Menschen womöglich über Jahre begleiten wird, bekräftigte derweil Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf derselben Pressekonferenz. So könne es sein, dass es nach fünf Jahren eine Erneuerung der Immunität brauche, „oder nach zwölf Monaten“, sagte Spahn. Oder, dass die Impfstoffe wegen der Mutationen modifiziert werden müssten - Spahn: „Das weiß heute noch keiner.“ (pm)

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