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„Schnitzer jahrzehntelang bereuen? So könnte es leider kommen“ – Lauterbach weist auf Long-Covid-Szenario hin

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Von: Anna Lorenz

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Impflicht-Abstimmung im Bundestag: Karl Lauterbach saß plötzlich unerwartet alleine da.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach äußert sich häufig via Twitter zur Coronapandemie. So teilte er auch jetzt einen Post über mögliche Long-Covid-Szenarien im Zuge der Pandemie – und verweist auf die Notwendigkeit von Medikamenten. © Kay Nietfeld/dpa

Gesundheitsminister Lauterbach äußerte sich via Twitter zu möglichen Long-Covid-Szenarien in der Bevölkerung. Sein Post kommt allerdings nicht gut an.

Berlin – Twitter ist als schnelles Kommunikationsmedium beliebt – so auch bei Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Der Politiker äußert sich des Öfteren mittels der Social-Media-Plattform zum aktuellen Geschehen rund um die Corona-Pandemie und verkündete bereits Entscheidungen primär über dieses Medium. Kritik an seinen Posts kommt daher nicht nur von fachlicher Seite; auch die Community auf Twitter ist von manchem Kommentar des Ministers nicht begeistert – so nun auch bezüglich Lauterbachs Äußerung zu Long-Covid.

Long-Covid: Lauterbach twittert wissenschaftlichen Kommentar zu „bereuenswertem Schnitzer“

Ursprünglich als neuer Bundesgesundheitsminister begrüßt, wird die Kritik an Karl Lauterbach zunehmend größer. Nicht zuletzt die Querelen um die Frage nach einer Impfpflicht im Rahmen des weiter grassierenden Coronavirus und die aktuelle Warnung vor einer zu befürchtenden „Killervariante“ brachten dem Politiker aus verschiedenen Richtungen heftigen Tadel ein.

Nun äußerte sich der Minister auf Twitter zu dem Problem „Long-Covid“ und bezog sich dabei auf einen Kommentar aus dem britischen Nachrichtenportal theguardian.com. Darin legte der Professor Danny Altmann, der unter anderem die EU und WHO bezüglich der Coronapandemie berät, die Ansicht dar, man müsse das Denken über das Covid-Virus grundlegend ändern und monatlich anpassen. Mit jeder neuen Welle würde es tausende weitere Fälle von Long-Covid-Betroffenen geben, die teilweise Opfer chronischer Einschränkungen würden. Dieser Tatsache müsse verstärktes Augenmerk gelten, sonst könne das, so Altmann, der „Schnitzer“ sein, den wir „jahrzehntelang bereuen“ würden.

Lauterbach auf Twitter: „Die Impfung reicht alleine nicht“

Dieser Einschätzung schloss sich auch der Bundesgesundheitsminister an. „Stimmt. So könnte es leider kommen“, schrieb Lauterbach auf Twitter. Mit „jedem Herbst“ würden die Infektionszahlen wieder zunehmen und damit auch die Long-Covid-Fälle steigen. Infolge einer Erkrankung an dem Coronavirus sind anhaltende Beschwerden nicht selten – je nach Risikofaktoren können diese extrem belastend ausfallen. „Dagegen müssen Arzneimittel entwickelt werden“, statuierte der Minister, „Die Impfung reicht alleine nicht.“

Die Reaktionen auf der Plattform fielen hinsichtlich dieser Feststellung nicht erfreulich für Lauterbach aus. „Ja hey, könnte leider kommen. Wenn man da nur was machen könnte! Wenn man nur eine Regierung hätte!“, so die beißende Antwort eines Users hinsichtlich der Wirrungen der gegenwärtigen Gesundheitspolitik.

In dieses Horn stoßen auch weitere Kommentare. „Besser als Medikamente gegen Long-Covid zu entwickeln, wäre es, diese Krankheit gleich von vornherein zu verhindern. Durch Maskenpflicht, bessere Impfstoffe und Medikamente [...], die die Viruslast im Infektionsfall schnell senken“, so ein verärgerter Nutzer. Doch während einige Beiträge Lauterbachs Tweet lobbyistische Gründe unterstellen – „Wieviel haben Sie bekommen?“ – sind viele User von den Warnungen des Politikers offenbar ermüdet. „Leben Sie eigentlich wirklich in ständiger Panik und Angst oder tun Sie nur so, weil Sie politisch nur mit ständiger Panikmache überleben können?“ Während der nächste Tweet des Bundesgesundheitsministers gewiss erscheint, finden Sie alle Hintergründe zu seiner Person auf unserer Themenseite. (askl)

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