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Lawinenunglück in Patagonien - Deutscher stirbt, Österreicherin verletzt

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Von: Bettina Menzel

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lawinenunglück in patagonien
Luftbildaufnahme des 3400 Meter hohen Mount Fitz Roy in den Anden. Der Unglücksort Nahe des Gipfels Aguja Guillaumet liegt im Bergmassiv des Mount Fitz Roy in der Region Patagonien. © Joseph Sohm / agefotostock / Imago

Am Donnerstagnachmittag ging eine Schnee- und Gerölllawine in der Nähe des Gipfels Aguja Guillaumet in der Region Patagonien ab. Ein erfahrener deutscher Bergsteiger starb.

Patagonien, Argentinien - Bei einem Lawinenunglück im argentinisch-chilenischen Grenzgebiet der Anden ist ein Deutscher tödlich verunglückt. Seine österreichische Begleiterin wurde schwer verletzt, wie die Verwaltung des argentinischen Nationalparks „Los Glaciares“ in El Calafate auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in der Nacht auf Samstag mitteilte. Eine dritte Person blieb bei dem Unglück in der Nähe des Gipfels Aguja Guillaumet unverletzt und konnte Hilfe holen.

Mount Fitz Roy: Unvorhersehbare Wetterverhältnisse machen Aufstieg schwierig

Eine Lawine im Bergmassiv des etwa 3400 Meter hohen Mount Fitz Roy überraschte die drei erfahrenen Bergsteiger, die auf einer Tour unterwegs waren. Aufgrund der Form des Berges und wegen der unberechenbaren Wetterverhältnisse in der Region gilt der Aufstieg als schwierig, wie die dpa berichtet. Dem Klettermagazin Lacrux zufolge stiegen der Deutsche und die Österreicherin im steilen Schneefeld auf, der dritte Bergsteiger hatte sich weiter rechts bei den Felsen den Weg nach oben gebahnt. Der dritten Person gelang es nach dem Unglück Hilfe zu holen. Allerdings musste er zunächst zwei Stunden lang absteigen, da die drei Bergsteiger ohne Kommunikationsmittel aufgebrochen waren, wie die Tiroler Tageszeitung berichtete.

Insgesamt 44 Einsatzkräfte des Nationalparks und der Polizei sowie Freiwillige waren an der Such- und Rettungsaktion beteiligt. Ein Hubschrauber des argentinischen Militärs konnte die Unglücksstelle wegen des schlechten Wetters zunächst nicht erreichen.

Österreicherin mit schweren Verletzungen im Krankenhaus

Die Österreicherin wurde am Donnerstagnachmittag mit schweren Verletzungen an Brust, Schädel, der Wirbelsäule sowie am rechten Bein gefunden und in ein Krankenhaus im rund 250 Kilometer entfernten El Calafate gebracht. Die Botschaft habe bereits telefonischen Kontakt mit der Verunglückten aufgenommen, teilte das österreichische Außenministerium am Samstag mit. Demnach sei die Bergsteigerin ansprechbar, wie die Tiroler Tageszeitung berichtete. Der Deutsche, der aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen stammt, konnte erst am Freitagmorgen tot geborgen werden.

Experten schätzen die Anzahl von Lawinen pro Jahr weltweit auf etwa eine Million. Die Schneemassen erreichen oftmals 200 bis 300 Stundenkilometer und sind mehrere tausend Tonnen schwer. Rund 90 Prozent der Verschütteten haben die Lawine selbst ausgelöst, wie der Deutsche Alpenverein (DAV) berichtet (bm mit Material von dpa).

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