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Die zweijährige Lea Sophie kam grausam zu Tode.

Unterlassene Hilfeleistung

Fall Lea Sofie: Ermittlungen gegen Polizei

Köln - Hätte die Kölner Polizei vor dem Tod von Lea Sofie das Jugendamt einschalten müssen? Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Polizei wegen unterlassener Hilfeleistung.

Nach dem qualvollen Tod der zweijährigen Lea Sofie ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln gegen die Polizei. Polizisten sollen einen Vermerk über den schlechten Zustand der Wohnung von Lea Sofies Mutter geschrieben haben, der demnach aber nicht ans Jugendamt weitergeleitet wurde. „Es geht um den Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung“, sagte der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, Ulrich Bremer. Die Ermittler prüften, wer den Bericht nicht weitergeleitet habe und ob das Konsequenzen habe. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte zuvor berichtet.

„Man muss betonen, dass damaliger Grund für den Besuch der Polizei war, dass eine Nachbarin angerufen hatte wegen Ruhestörung“, sagte Bremer. Es habe kein Verdacht der Kindesmisshandlung bestanden. In einem Vermerk habe ein Polizist festgestellt, dass die Wohnung in einem nicht kindgerechten Zustand sei. Dieser Vermerk sollte ans Jugendamt gehen. Stattdessen ging er nach Polizeiangaben im November an einen Bezirksbeamten, der nicht im Dienst war.

Lea Sofie war im Dezember 2012 an den Folgen von Misshandlung gestorben. Am vergangenen Freitag wurde der frühere Lebensgefährte der Mutter zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt, die Mutter zu sieben Jahren Haft nach Jugendstrafe - weil sie ihrem schwer verletzten Kind nicht half.

„Wir prüfen, auf welchem Weg der schriftliche Bericht zu den Akten gelangte“, sagte Bremer. Die Frage sei auch, ob der Bericht hätte weitergeleitet werden müssen. Die Ermittlungen richteten sich zunächst gegen Unbekannt. Es sei nicht klar, welcher Beamte verantwortlich sei.

Rückblickend sei ein Fehler passiert, sagte der Leitende Polizeidirektor Michael Temme. Ohne Kenntnis der dramatischen Ereignisse Wochen später messe man einem Ereignis aber auch eine ganz andere Bedeutung bei.

Selbst wenn mit dem Vermerk alles glatt gelaufen wäre, hätte es aus Sicht des stellvertretenden Jugendamtsleiter Klaus Peter Völlmecke keine Garantie gegeben, das Drama zu verhindern. Auch mit dem Einsatz des Notdienstes des Jugendamtes - eine Art schnelle Eingreiftruppe - habe man diese Garantie nicht.

dpa

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