„Entscheidender Schritt“

Leben möglich? Sieben erdähnliche Planeten entdeckt

Liège - Wissenschaftler haben rund um einen Zwergstern in unserer kosmischen Nachbarschaft sieben erdähnliche Planeten entdeckt. Deren Sonne hat zudem eine ganz besondere Farbe.

Auf sechs der Planeten rund um den Zwergstern namens Trappist-1, der etwa 40 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, könnte es möglicherweise Wasser geben und damit die Voraussetzung für Leben, erklärten die Forscher um Michaël Gillon von der Universität Liège in Belgien am Mittwoch im Fachmagazin "Nature". Sie liegen nämlich in einer moderaten Temperaturzone.

Drei der Planeten könnten demnach sogar Ozeane auf ihrer Oberfläche besitzen, sofern sie erdähnliche Atmosphären haben. Alle sieben Planeten seien von Größe und Masse her der Erde vergleichbar. "Wir haben einen entscheidenden Schritt auf der Suche nach Leben dort draußen gemacht", erklärte Ko-Autor Amaury Triaud von der University of Cambridge.

Der Zwergstern und drei der Planeten wurden bereits Ende 2015 entdeckt. Sie wurden mit dem Teleskop Trappist des Europäischen Observatoriums in Chile ausfindig gemacht, nach dem der Zwergstern dann benannt wurde. Die Entdeckung sei "ohne Zweifel eine der größten" im Bereich der Planetenkunde, sagte Didier Queloz von der Universität Genf.

Geringere Lichteinstrahlung als auf der Erde 

Nach den bisher vorliegenden Daten gehen die Forscher davon aus, dass die sieben Exoplaneten zum Teil auch aus Felsen und anderen festen Materialien bestehen. Die Lichteinstrahlung dürfte jedoch wesentlich geringer sein als auf der Erde, wenn sie der Sonne zugewandt ist. "Die Helligkeit wird wohl 200 Mal geringer sein als mittags auf der Erde", sagte Triaud. Nach seiner Einschätzung dürfte das "einem Sonnenuntergang ähneln".

Spektakulär: Sieben erdähnliche Planeten entdeckt

Der Zwergstern, den diese Planeten umkreisen, hat lediglich acht Prozent der Masse unserer Sonne. Er ist nicht einmal halb so heiß, wodurch auf seinen Planeten trotz ihrer engen Umlaufbahnen gemäßigte Temperaturen herrschen. Die inneren sechs Trabanten umrunden ihren Stern in 1,5 bis 12 Tagen, die Umlaufzeit des äußersten Planeten ließ sich noch nicht genau bestimmen. Die Sonne leuchtet in infrarotem Licht.

Bislang haben Astronomen über 3500 Exoplaneten - Planeten außerhalb unseres Sonnensystems - registriert. Zudem kennen sie über 600 Systeme mit zwei oder mehr Planeten. Unter anderem hatten 2013 europäische Astrophysiker von sieben Planeten berichtet, die um den Stern KOI-351 kreisen. Sie seien ähnlich angeordnet wie die Planeten unseres Sonnensystems mit kleinen Gesteinsplaneten nahe dem Zentralgestirn und riesigen Gasplaneten in größerer Entfernung, teilten Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt damals im „Astrophysical Journal“ mit.

afp/dpa/mt

Rubriklistenbild: © NASA/JPL-Caltech/dpa

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